Auf und ab in Ludwigsau

Gemeinde Ludwigsau will Mountainbike-Bahn in Rohrbach anlegen

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Pumptrack für Ludwigsau: Eine solche Bahn mit Bodenwellen, Kurven und Schanzen wie hier im Allgäu soll bald auch am R12 in Rohrbach entstehen.

Ein „Eldorado für Mountainbiker“ will die Gemeinde Ludwigsau künftig werden. In Rohrbach soll eine sogenannte Pumptrack-Bahn entstehen.

Einstimmig hat die Gemeindevertretung bei ihrer Sitzung am Montagabend im Schützenhaus in Meckbach daher die Planung eines Gesamtkonzepts für eine sogenannte „Pumptrack“-Bahn für Mountainbiker und andere Zweiradfahrer in Rohrbach auf dem alten Sportplatzgelände am Radweg R12 beschlossen.

Pumptracks sind Anlagen, auf denen man Geschwindigkeit aufbaut, ohne zu treten, weil die Schanzen, Bodenwellen und Kurven so gebaut sind, dass der Radfahrer durch die Verlagerung des Körpergewichts schneller wird. Bürgermeister Wilfried Hagemann, der sich ähnliche Anlagen im Allgäu angesehen hat, sagte: „Eine solche Investition ist im Sinne der Jugend und Zukunft der Gemeinde“. Für den Standort Rohrbach spreche die Nähe zum Radweg und das Bestehen eines Bebauungsplans.

Die Kosten für das Projekt liegen zwischen 40.000 und 80.000 Euro. Sie sind von Form, Ausstattung und Größe abhängig, erläutert Bernd Prokupek aus der Gemeindeverwaltung. Das Projekt könnte zu 75 Prozent und bis zu einer Höhe von 200.000 Euro aus Leader-Mitteln gefördert werden. Eine Fertigstellung könnte bis Februar/März 2020 erfolgen.

Ebenfalls einstimmig hat die Gemeindevertretung zwei Änderungen des Bebauungsplans beschlossen. Hierbei geht es um das Industriegebiet Mecklar/Meckbach und die geplante Umlegung des Meckbaches, sowie Veränderung der dort geplanten Straßen. Hintergrund sind dem Vernehmen nach konkrete Verhandlungen mit potenziellen Investoren, die diese Änderungen nötig machen. Auch in Gerterode „Hinter der Kirche“, soll der Bebauungsplan geändert werden. Grund dort ist die Errichtung einer Gartenhütte.

Ebenfalls einstimmig hat die Gemeindevertretung sich dem „Hessischen Pläydoyer für ein solidarisches Zusammenleben“ angeschlossen. Vor dem Hintergrund der Ermordung von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und einer Zunahme von Drohungen gegen Kommunalpolitiker (wir berichteten) hat der Hessische Städte- und Gemeindebund das Plädoyer auf den Weg gebracht.

In fünf Grundsätzen soll damit die Würde des Menschen im Sinne der Demokratie geschützt werden. „Die Ermordung von Walter Lübcke ist Grund genug für diese Resolution“, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung Peter Schütrumpf. Es sei aber eine Schande, dass wir eine solche Resolution offenbar tatsächlich brauchen. Ähnlich äußerte sich Rainer Koch von der SPD, der den zunehmenden Egoismus in der Gesellschaft beklagte. „Es fehlt an Respekt vor Anders-Denkenden und Andersaussehenden“, mahnte Koch.

VON KAI A. STRUTHOFF

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