Zum Beispiel in Niederthalhausen

Flagge zeigen zum Weltgebetstag

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Weltgebetstags-Gottesdienst in Niederthalhausen: Pfarrerin Janina Richter hielt einen grünen Schal als Zeichen der Flagge Simbabwes in die Höhe.

Überall in den Kirchengemeinden im Kreis wurde der Weltgebetstag gefeiert - diesmal mit Blick auf die Situation in Simbabwe.

Unter der bunten Flagge, auf der ein goldener Vogel prangert, nahmen sich 12 Frauen aus Niederthalhausen und der gesamten Gemeinde Ludwigsau, die Symbolik des nistenden Hühnervogels zu Herzen und kamen, um Gott und Menschen zu verbinden.

Zum Weltgebetstag der Frauen, der am vergangenen Freitag in allen Kirchengemeinden des Kreises gefeiert wurde, hatten sich rund 50 Gäste zu einem ökumenischen Gottesdienst im DGH Niederthalhausen versammelt, und Pfarrerin Janina Richter warnte gleich zu Beginn: „Wir haben Briefe aus Simbabwe und die sind keine leichte Kost“.

Schuldenumwandlung als Ausweg

Denn im Zentrum des weltweiten Gedenk- und Aktionstags stand in diesem Jahr die festgefahrene finanzielle Notsituation eines der ärmsten Länder der Welt, Simbabwe.

Offene Hände: Die Gäste des Weltgebetstages hörten den Nöten der Frauen aus Simbabwe genau zu.

Einen Ausweg und Neuanfang des zahlungsunfähigen Landes sehen die Komitees des Weltgebetstages deshalb in einer Schuldenumwandlung. „Damit könnte auf einen Teil der Schulden verzichtet werden und das so gesparte Geld für Gesundheits- und Frauenprojekte investiert werden,“ erklärte Janina Richter.

Damit warb die Pfarrerin auch für eine Unterschriftenaktion, in der die deutsche Bundesregierung dazu aufgefordert wird, Altschulden aus früherer Entwicklungszusammenarbeit zu erlassen. So könne eine Stärkung des südafrikanischen Landes erreicht werden, um Frauenrechte sicherzustellen, gegen häusliche Gewalt vorzugehen und die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, erklärten die Niederthalhäuser Organisatorinnen.

Wie schlecht es um ein selbstbestimmtes oder finanziell abgesichertes Leben der Frauen in Simbabwe steht, trugen Brigitte Holzhauer, Elke Sommer und Claudia Köhler aus Briefen der Simbabwenerinnen vor. Die Referentinnen hatten sich, als Zeichen der Solidarität, in den Nationalfarben des afrikanischen Landes gekleidet. Mit grünen, roten und gelben Schals zeigten sie Flagge gegen Distanz und Ignoranz und warben um „Ubuntu“, die afrikanische Philosophie des Mitgefühls und der Nächstenliebe.

Doch nicht nur die Hilfe anderer stand im Zentrum der Gottesdienste an diesem Tag. Auch die selbstbestimmte Veränderung der Simbabwerinnen und der Aufbruch in Entwicklung, hin zu Modernisierung und Reformen stand im Fokus. Im Sinne des Weltgebetstags-Mottos „Steh auf und geh“ hatten die Frauen aus Simbabwe den Willen zu Neuem, in ihren Briefen an die deutschen Komitees, mitgeteilt.

Dieses Gefühl des Zusammenhaltens und der gemeinsamen Stärke begeisterte auch Schülerin Laura Glebe. Die 13-Jährige war an diesem Abend die jüngste Referentin des Gebetstages im DGH Niederthalhausen. „Ich finde, dass der Weltgebetstag etwas Besonderes ist, weil dann immer so viele Menschen zusammenkommen“, erklärte Laura.

Von dem gemeinsam gestalteten Gottesdienst mit den vielen Liedern auf Deutsch, Englisch und der in Simbabwe gesprochenen Shona, waren auch die Zuschauerinnen Ingrid Wettlaufer und Irmgard Steinhauer begeistert, die Seniorinnen kommen jedes Jahr, um den Weltgebetstag zu begehen.

Von Kim Hornickel

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