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Ein Kreisel für Mecklar: SPD will Verkehr auf der B 27 regulieren

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Kreisel statt Kreuzung? Das jedenfalls schlägt die SPD in Ludswigsau für die den neuralgischen Abzweig auf die K1 vor. Vor allem Lastwagen sind hier viele unterwegs auf dem Weg zu DHL.
Kreisel statt Kreuzung? Das jedenfalls schlägt die SPD in Ludswigsau für die den neuralgischen Abzweig auf die K1 vor. Vor allem Lastwagen sind hier viele unterwegs auf dem Weg zu DHL. © Kai A. Struthoff

Die SPD-Fraktion im Gemeindeparlament von Ludwigsau regt an, die Einrichtung eines Verkehrskreisels auf der Bundesstraße B27 in Mecklar zu prüfen.

Ludwigsau – Einen entsprechenden Antrag brachte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Frank Sandrock am Montagabend ins Parlament ein. Die FDP-Fraktion ist „vehement dagegen“, wie Gemeindevertreterin Christina Wenz sagte.

An der Abzweigung zur Kreisstraße 1, die von der Bundesstraße über eine Brücke zum Unternehmenspark Bad Hersfeld-Ludwigsau (früher Gewerbegebiet Mecklar/Mackbach) führt, staut sich gerade zu Stoßzeiten regelmäßig der Verkehr, zumal dort viele Lastwagen in Richtung DHL abbiegen. Die SPD geht davon aus, dass das Verkehraufkommen angesichts der geplanten Neuansiedlungen, unter anderem eines Frischelogistikers, noch zunehmen wird. „Die Belastung für die Bürger ist sehr hoch, wir können nicht länger tatenlos zusehen, sondern müssen endlich handeln“, sagte Sandrock.

Die SPD will nun erreichen, dass der Gemeindevorstand gemeinsam mit den Altgesellschaftern des Gewerbegebiets und der Wirtschaftsförderung „Gespräche über eine dem Verkehrsaufkommen angepasste Anbindung des Unternehmensparks“ aufnimmt. Dabei wird die Einrichtung eines Kreisels favorisiert. „In Rotenburg und auch in Melsungen funktioniert das sensationell“, sagte Sandrock.

Außerdem will die SPD prüfen lassen, ob der Gewerbepark noch durch eine zweite Verkehranbindung, zum Beispiel aus Blankenheim, erschlossen werden kann, um etwa bei Havarien eine zweite Zufahrt zu schaffen.

Heftiger Widerspruch kommt von der FDP-Vertreterin Christina Wenz, die mit einem weiteren FDP-Gemeindevertreter die einzige Opposition in Ludwigsau darstellt. Wenz und ihr Ehemann, der im Gemeindevorstand sitzt, leben in unmittelbarer Nähe des Abzweigs an der Tankstelle in Mecklar und haben das Verkehrproblem täglich vor Augen. Trotzdem sieht Wenz als Betroffene und als FDP-Vertreterin keinen Handlungsbedarf und verweist auf ähnliche Einschätzungen von anderen Betroffenen. Zwar habe der Verkehr deutlich zugenommen, aber auch dank der Blitzanlage seien die Geschwindigkeiten angemessen.

Wenz fürchtet, dass jeder Lastwagen durch einen Kreisel gezwungen werde, „seine Geschwindigkeit drastisch zu verringern“. Dies würde dann zu großen Rückstaus führen. Außerdem wären die Lastwagen gezwungen, danach wieder zu beschleunigen, was mehr Kraftstoffverbrauch, mehr Lärm und mehr Schadstoffe bedeuten würde, gibt die FDP zu bedenken. „Ohne Kreisel kann der Verkehr einfach durchrollen“, gibt Christina Wenz zu bedenken. Auch eine zweite Zufahrt zum Gewerbepark halten die Liberalen nicht für nötig und verweisen auf die alte Fuldabrücke bei Mecklar, die neue Brücke bei Blankenheim und notfalls die holztransportererprobte Strecke zur Mülldeponie.

Trotz der FDP-Bedenken wurde der Antrag mit der SPD-Stimmenmehrheit angenommen. (Kai A. Struthoff)

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