Tierart soll geschützt werden

Drei Windräder bei Hainrode wegen Schwarzstorch abgeschaltet

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Dieses Foto eines Schwarzstorches soll vor einer Anlage des Windparks bei Hainrode entstanden sein.

Drei der sieben Windräder bei Hainrode müssen derzeit tagsüber abgeschaltet bleiben. Das bestätigen das Windkraftunternehmen Juwi und der Landkreis Hersfeld-Rotenburg auf Anfrage.

Grund dafür ist laut Kreis-Pressesprecher Dirk Hermann „der Schutz einer Tierart, die sich im Umkreis der Anlagen aufhält“. Darauf aufmerksam gemacht hat unsere Zeitung Ingo Kühl vom Verein Naturschutzinitiative, der die Tierart, um die es seiner Einschätzung nach geht, benennt: der Schwarzstorch.

„Es ist eine gute Nachricht, dass zumindest ein Teil der Anlagen jetzt zeitweise abgeschaltet ist. Jetzt ist wichtig, dass dabei die Zeiten auch eingehalten werden. Erstaunlich ist aber, dass erst etwas passiert ist, nachdem die Zeitung darüber berichtet hat“, sagt Kühl. Er hatte mehrere Fotos zur Verfügung gestellt, die ein Schwarzstorchvorkommen rund um die Windräder beweisen sollen. Darüber hat unsere Zeitung am 22. Mai berichtet.

Laut Herrmann und Juwi-Pressesprecher Felix Wächter hat die beim Kreis angesiedelte Untere Naturschutzbehörde die Abschaltung der drei Anlagen bereits am 17. Mai angeordnet, was von Juwi auch unverzüglich umgesetzt worden sei.

Im Artikel vom 22. Mai hatte der Pressesprecher des Regierungspräsidiums Kassel (RP), Michael Conrad, gesagt, dass noch geprüft werde, ob es bei Hainrode Schwarzstörche gebe. Für die Abschaltung der Windräder ist aber nicht die beim RP angesiedelte Obere Naturschutzbehörde zuständig, obwohl sie die Genehmigungen für deren Bau erteilt – sondern die Untere Naturschutzbehörde.

Juwi-Sprecher Wächter sagt auf Anfrage, der Betreiber nehme die naturschutzrechtlichen Gründe für die Abschaltung der Windenergieanlagen ernst. Zur Frage, ob diese berechtigt sei, befinde man sich in der Klärung mit der Unteren Naturschutzbehörde. Die betroffenen Windräder müssen von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang abgeschaltet sein.

Die Anordnung gilt laut Herrmann bis 15. August. Sollte die „Gefahr einer Kollision der geschützten Tierart mit den Rotorblättern“ schon früher ausgeschlossen werden können, könne die Anordnung auch schon früher widerrufen werden.

Der geplante Windpark Katzenstirn zwischen Alheim, Morschen und Spangenberg könnte durch Schwarzstörche gestoppt werden – das Genehmigungsverfahren läuft noch.

VON CHRISTOPHER ZIERMANN

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