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In Ludwigsau gestohlenes Auto in See versenkt: Angeklagte wurden verurteilt

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Ein rotes kaputtes Auto liegt am Ufer eines Sees, drum herum verschiedene Einsatzkräfte.
Aus dem See gezogen: Viel Arbeit und Mühe machte die Bergung des versenkten Autos. © Peter Zerhau/NH

Zwei junge Männer und eine Frau wurden vom Gericht verurteilt. Sie bekommen Geldstrafen und Arbeitsauflagen, weil sie ein Auto in einem See versenkt hatten.

Ludwigsau – Was von der Jugendgerichtshilfe in einem Fall als „absoluter Blödsinn“, vom Staatsanwalt insgesamt als „geplante, vorbereitete Straftat“ bezeichnet wurde, kommt drei Angeklagten jetzt teuer zu stehen: Das Amtsgericht Fritzlar verhängte Geldstrafen und sprach Arbeitsauflagen aus. Ein 21-jähriger Mann und eine gleichaltrige Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis sowie ein 20-Jähriger aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg waren wegen Sachbeschädigung und Gewässerverunreinigung angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, im Mai 2020 ein in Ludwigsau gestohlenes Auto in einem Kalkbruchsee zwischen Lendorf und Hebel versenkt zu haben. Dieses Auto war vorher bei Benzin-Diebstählen benutzt worden, die in einem gesonderten Verfahren verhandelt worden waren. Um es im See zu versenken, hatten die Beschuldigten laut Staatsanwaltschaft Steine auf das Gaspedal gelegt und die Kupplung mit einem Stock bedient. Die Tat löste einen großen Einsatz der Feuerwehr und der DLRG aus. Den reinen Sachschaden bezifferten Richterin Riechers und der Staatsanwalt auf 13 000 Euro. Das Wasser des Sees war stark verunreinigt.

Der 21-Jährige, der als Industriemechaniker einen Super-Job hat, wie es während der Schlussvorträge hieß, muss jeweils 800 Euro an den Naturschutzbund Nabu, die DLRG und die Jugendfeuerwehr Singlis bezahlen. Der 20-Jährige, der bei einem Sicherheitsdienst arbeitet, zahlt laut Urteil 450 Euro an die Stiftung Beiserhaus und muss 50 Stunden gemeinnützige Arbeit nach Weisung der Jugendgerichtshilfe leisten. Das Verfahren gegen die 21-Jährige, eine angehende Versicherungskauffrau, wurde gegen eine Geldauflage vorläufig eingestellt. Sie muss 450 Euro an die DLRG zahlen.

Die Entscheidungen sind rechtskräftig, da sie von allen drei Beschuldigten angenommen wurden und auch Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Rechtsmittel verzichteten. In einem gesonderten Verfahren waren bereits im Oktober drei Männer aus dem Schwalm-Eder-Kreis zu Geldstrafen von 80 Tagessätzen zu je 60 beziehungsweise 15 Euro verurteilt worden. „Das war keine Spontan-Tat, kein Kavaliersdelikt“, kommentierte der Staatsanwalt das, was sich an dem See ereignet hatte.

Es sei „ein ganz erheblicher Schaden“ entstanden, „und es war ein Riesen-Aufwand für Feuerwehr und DLRG, das Gewässer wieder sauber zu bekommen“. Positiv bewertet wurden die Geständnisse aller drei Beschuldigten. Man versenkte das Auto, weil es mit Benzindiebstählen in Verbindung stand, hieß es während der Beweisaufnahme. (m.s.)

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