Ludwigsau geschlossen in der Krise

Ausbau des Radwegs R12 und Sanierung der Ortsdurchfahrten in Rohrbach und Tann  

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Weit verstreut und doch geschlossen: Eine ungewöhnliche Corona-Sitzordnung galt für die Gemeindevertreter bei der Sitzung in der Besengrundhalle Ludwigsau-Tann. Am Rednerpult Bürgermeister Wilfried Hagemann.

Im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrten in Rohrbach und Tann in der Gemeinde Ludwigsau soll auch der Radweg R12 weitergeführt werden. Das hat die Gemeindevertretung beschlossen. 

Als „Novum in der Nachkriegsgeschichte unseres demokratischen Miteinanders“ hat Ludwigsaus Bürgermeister Wilfried Hagemann die in der Tat etwas ungewöhnliche Sitzung der Gemeindevertretung am Montagabend bezeichnet. Mit weitem Corona-Sicherheitsabstand, inhaltlich jedoch sehr konzentriert und geschlossen, wurden in der Besengrundhalle in Tann dringende Entscheidungen auf den Weg gebracht.

Der wohl wichtigste Beschluss betrifft die von Hessen Mobil angekündigte Sanierung der Ortsdurchfahrten in Rohrbach und Tann. Dabei will die Verkehrsbehörde die Fahrbahnbreite auf 6,50 Meter reduzieren, um damit den Ausbau eines kombinierten Rad- und Gehwegs zu ermöglichen, der zugleich den Radweg R 12 erweitern würde. Die Kosten schätzt Hessen Mobil auf 164 000 Euro, wovon die Gemeinde zehn Prozent, also 16 400 Euro, selbst tragen müsste.

„Das ist eine seltene Gelegenheit, Sicherheit und neue Wege für Radfahrer zu einem aktzeptablen Preis zu bekommen“, freute sich Klaus Nöding (BFL). Frank Sandrock (SPD) bezeichnete den Lückenschluss beim R 12 als „sinnvolle außerplanmäßige Ausgabe“ und hofft zugleich auf eine Reduzierung des Tempos durch die Verschmälerung der Ortsdurchfahren. Dennoch mahnte er mehr „Nachdruck“ im Gemeindevorstand beim Ausbau der Radwege an und forderte einen „Radweg bis zur Weißen Dame.“ Der Beschlussvorschlag wurde danach einstimmig bei einer Enthaltung angenommen.

Der Freigabe von mehr als 20 000 Euro für den Bau eines Naturbeobachtungsstands im Bereich „Spiesberg“ wollte die BFL allerdings nicht zustimmen. „Es gibt Dinge, die man gern hätte, aber der Preis für eine Aussichtsplattform ist zu hoch“, erklärte Klaus Nöding. Trotzdem wurde der Beschluss mit den Stimmen der SPD und WGL auf den Weg gebracht. Der Beobachtungsstand soll in massiver Holzbauweise errichtet werden. An ähnlicher Stelle gab es bereits eine Schutzhütte, die bei einem Orkan zerstört wurde. Seither hätte viele Bürger den Wunsch nach einem neuen Ort zum Rasten geäußert, sagte der Bürgermeister.

Wenig Neues erfuhren die Gemeindevertreter bei einer Anfrage der WGL zum Sachstand der seit 2016 geplanten Buswendeschleife in Oberthalhausen für die 163 000 Euro vorgesehen sind. Ein Personalwechsel bei Hessen Mobil „zieht alles in die Länge“, erklärte Hagemann. Zudem müssten neuerdings von den Gemeinden bei derartigen Projekten planungsreife Unterlagen vorgelegt werden, womit nun ein Ingenieurbüro beauftragt wurde. „Der Bau soll zeitnah noch in diesem Jahr beginnen“, versicherte der Bürgermeister.

Mahnende Worte vom Bürgermeister

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise hat Bürgermeister Wilfried Hagemann in einer emotionalen Rede zu mehr Gemeinsamkeit aufgerufen. Ihm persönlich sei es zudem ein großes Anliegen, den Kindern und Jugendlichen den Weg zurück zur Normalität zu ebnen. Die Gesellschaft müsse jetzt zusammenrücken und nicht gegeneinander agieren. „Wenn es auch der Eine oder Andere noch nicht wahrhaben will, wir stehen gemeinsam an einem Neuanfang unseres Lebens auf unserem doch so geliebten Planeten Erde – in unserer kommunalen Keimzelle Ludwigsau“, sagte Hagemann. 

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