Apokalypse und Chaos

Waldschäden und Verkehrsprobleme beschäftigen Ludwigsau

Heino Stange (SPD) zeigt ein von Heini Vieth aus Friedlos gebautes Modell für eine Umgehungsstraße. 
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Heino Stange (SPD) brachte ein von Heini Vieth aus Friedlos gebautes Modell für die lang ersehnte Umgehungsstraße mit. Vieth schlägt eine Tunnelvariante für die B 27 vor. Der Tunnel soll oberhalb der Firma Schade in den Giegenberg führen und am hinteren Rodacker enden. Ein zweiter Tunnel soll dann östlich vom Schoppenberg beginnen. 

Von der Dorferneuerung über Gasanschlüsse bis hin zum Verkehrsaufkommen im Besengrund reichte am Montag das Programm der Gemeindevertretersitzung in Ludwigsau.

Ludwigsau - Gleich mehrere Beschlüsse mussten zur geplanten Dorferneuerung gefasst werden. Weil die im Haushaltsplan angesetzten Beträge – etwa für die Umgestaltung des Spielplatzes „Am Wasser“ in Meckbach oder die Neugestaltung des Treffpunkts „Am Klosterstein“ in Hainrode – nicht auf konkreten Planungen oder Kostenschätzungen basierten, werden die Projekte zum Teil erheblich teurer.

Dafür gibt es aber auch mehr Fördermittel vom Land. Trotzdem musste über die Mehrausgaben abgestimmt werden. Sie passierten einstimmig das Parlament. Die Dorferneuerungspläne für den Treffpunkt „Dorfmitte“ in Niederthalhausen und den „Brunnen- und Kirchenvorplatz“ in Oberthalhausen wurden vertagt, bis verlässlichere Zahlen vorliegen.

Der Wald leidet

Besorgniserregend ist der Zustand des Waldes im Gemeindegebiet, wie Bürgermeister Wilfried Hagemann auf eine Anfrage der SPD berichtete. Er sprach von „apokalyptischen Zuständen“ in den Waldgebieten. Trockenheit und der Borkenkäferbefall setzten dem Wald zu. Von 600 Hektar kommunaler Waldfläche seien rund zehn Prozent geschädigt – Tendenz steigend. Besonders betroffen sei der Fichtenwald, aber auch Kiefern und Buchen seien geschädigt. Die Gemeinde plant nun, alle „käferbefallenen“ Stämme aus dem Wald zu holen. Der finanziellen Schaden für die Gemeinde sei schwer zu bilanzieren, liege aber etwa bei 242 000 Euro, so Hagemann.

Mit den Stimmen der SPD-Mehrheit und bei Enthaltung der WGH wurde zudem der Gemeindevorstand beauftragt, mit dem Stadtwerken in Bad Hersfeld über einen Gasanschluss für Friedlos, Reilos, Mecklar und das Rohrbachtal zu verhandeln. Zuvor hatte die EAM erklärt, dass sie kein Interesse an dem Anschluss weiterer Ortsteile an das Gasnetz habe.

„Wir müssen deshalb Alternativen angehen“, forderte SPD-Fraktionschef Frank Sandrock vor allem mit dem Blick auf das Verbot des Neu-Einbaus von Ölheizungen ab 2026. Für die WGL befürchtete Wolfgang Weber, „dass auch dieser Antrag ins Leere laufen wird“, weil sich die hohen Anschlusskosten mangels Nachfrage nicht rechneten. Er plädierte dafür, speziell bei Neubauvorhaben für Gasanschlüsse zu werben.

„Endlich handeln“

Einig waren sich SPD und WGL darüber, dass der Schwerlastverkehr im Bereich der L3254 zwischen Beenhausen bis zur Weißen Dame dringend reduziert werden muss. Außerdem soll eine Geschwindigkeitsbeschränkung veranlasst werden. „Hier muss etwas passieren, bevor etwas passiert“, mahnte Frank Sandrock. Auch Wolfgang Weber sah „dringenden Handlungsbedarf und plädierte für ein dauerhaftes Tempolimit in dem Bereich.

Als Anwohner aus Beenhausen berichtete Erich Schmidt (SPD) von chaotischen Zuständen durch das hohe Verkehrsaufkommen. Niemand in Beenhausen würde verstehen, warum hier nicht endlich gehandelt wird. Schmidt mahnte: „Geht die Sache an und lasst Euch nicht abwimmeln.“ (Kai A. Struthoff)

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