Verkehrspolitischer Sprecher als Ehrengast

38 Gäste beim Neujahrsempfang der AfD in Friedlos

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Sie hielten die Reden: AfD-Kreissprecher Gerhard Schenk und Dr. Dirk Spaniel, verkehrspolitischer Sprecher der AfD.

Ludwigsau. Der verkehrspolitische Sprecher der AfD im Bundestag Dr. Dirk Spaniel war Gastredner beim Neujahrsempfang der AfD. 38 Gäste waren dazu nach Friedlos gekommen.

„Wir wollen an die Schalthebel der Macht“: Als Dr. Dirk Spaniel, verkehrspolitischer Sprecher der AfD und Hauptredner des Abends, am Schluss diesen Satz ins Mikrofon sagt, brandet plötzlich doch noch Applaus auf im Saal der Friedloser Bürgerstuben. Bis dahin hatten die 38 Gäste des Neujahrsempfangs des AfD-Kreisverbandes eher regungslos den Worten des extra aus Stuttgart angereisten Bundestagsabgeordneten gelauscht.

Der 47-Jährige, der in der Autoentwicklung bei Daimler gearbeitet hat, spricht vor allem über „die Sinnlosigkeit von Diesel-Fahrverboten“, über aus seiner Sicht zweifelhafte Abgasmessmethoden in deutschen Großstädten, die „viel zu hoch subventionierte“ Bahn und stellt die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität infrage.

Mit derartigen Positionen stoße er im Bundestag aber stets auf taube Ohren, erklärt er dem Publikum: „Egal ob wir fünf oder 49 Prozent haben, solange wir im Bundestag nicht in der Mehrheit sind, werden all unsere Vorschläge von den Altparteien abgeblockt.“

Deshalb könne das Ziel seiner Partei nur lauten: Teil der Regierung werden, „am besten in einer großen Koalition mit der CDU als Juniorpartner“. Eine Strategie, wie die AfD stärkste Partei werden will, liefert Spaniel, der zu Veranstaltungsbeginn sein offenbar stets mitgeführtes Tierabwehrspray an die vier anwesenden Polizeibeamten abgegeben hatte, gleich mit: „Wir müssen eine seriöse Partei sein, vernünftige Vorschläge machen und damit aufhören, in verbalen Aufrüstungen immer wieder neue Fronten zu eröffnen – vor allem im Umgang mit der CDU.“ 

Das kommt gut an im Festsaal, dessen lange Tischreihen zwar für weit mehr als hundert Gäste mit „Faktenblättern“ eingedeckt worden waren – tatsächlich aber gerade einmal zu einem Drittel besetzt sind.

AfD-Kreissprecher Gerhard Schenk hatte zu Beginn der rund zweistündigen Veranstaltung den Angriff auf den AfD-Politiker Frank Magnitz nach einem Neujahrsempfang in Bremen in der vergangenen Woche kritisiert. Er spricht in diesem Zusammenhang von „Politterrorismus“. 

Schenk, der bei der Landtagswahl über die Landesliste den Sprung nach Wiesbaden geschafft hat, rezitiert aus seinem Wahlprogramm und verspricht, sich im Landtag für seine Wähler einzusetzen. Sein erster Arbeitstag in Wiesbaden ist der kommende Freitag.  

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