"Es war ein Bauchgefühl"

18-Jährige aus Mecklar geht als Freiwillige nach Kolumbien

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Einmal um die Welt: Wo das Land liegt weiß Mara genau und zeigt mit dem Finger drauf. Dort ist das Wetter hoffentlich sonniger als an dem verregneten Tag, an dem diesem Bild in der Obersberg Schule entstand.

Mara Ellenberger aus Mecklar will nach dem Abitur für ein Jahr als Freiwillige nach Kolumbien gehen – und mit den Vorurteilen über das Land aufräumen, sagt sie. 

Auf jeden Fall ihr eigenes Kopfkissen nimmt sie mit nach Kolumbien, da ist sich Mara Ellenberger aus Mecklar sicher. Im August, nach dem Abitur, wird die Schülerin aus Mecklar nach Kolumbien reisen, wo sie mit dem American-Field-Service (AFS) einen weltwärts-Freiwilligendienst machen wird.

Nachdem Maras Schwester Lena Ellenberger mit AFS ein Jahr in Costa Rica war, war für Mara klar: Das will ich auch machen. Jetzt, drei Jahre später, hält auch Mara die Zusage von AFS in der Hand. Und das ging schneller als gedacht. Nach der Bewerbung, die unter anderem ein Motivationsschreiben umfasste, ging es zum Auswahlwochenende nach Rotenburg, wo Teamverhalten und Offenheit für Neues geprüft wurden. „Da hatte ich es zum Glück nicht weit“, lacht die 18-Jährige. Eine Woche später hatte sie die Zusage schon in der Hand.

Elf Monate wird sie ehrenamtlich in einem sozialen Projekt arbeiten und dann noch einen Reisemonat dranhängen. Angst hat sie keine. „Natürlich wird es kritische Momente wie Heimweh geben. Aber ein Jahr geht schnell rum, das weiß ich von meiner Schwester“, sagt Mara Ellenberger. Ihre Schwester, so erzählt Mara, fiebere schon mit ihr mit. „Sie freut sich schon drauf, mich in Kolumbien zu besuchen“ , verrät Mara.

Austausch erfahren ist Mara Ellenberger bereits: Dreimal schon war sie mit der Schulband der Geistalschule zum Austausch in Tschechien, und zum Schüleraustausch in Italien und England. In welchen Teil des Landes sie in Kolumbien hinkommt, weiß sie noch nicht. „Das stört mich aber nicht“, sagt Mara, „Ich bin abenteuerlustig“.

Für sie stand von Anfang an fest: Es soll nach Lateinamerika gehen. „Ich möchte Spanisch gerne fließend sprechen“, erzählt die Schülerin, die die Sprache seit der neunten Klasse in der Schule lernt. Kolumbien stand vor Mexiko und Bolivien ganz oben auf Maras Reise-Wunschliste bei AFS. „Es war einfach ein Bauchgefühl“, erklärt die Schülerin. Ihre Eltern seien von ihrer Wahl zwar nicht so begeistert gewesen, aber sie würden sich natürlich trotzdem freuen.

Einen Reiseführer hat Mara Ellenberger noch nicht gelesen und eigentlich möchte sie sich auf ihre große Reise gar nicht allzu sehr vorbereiten. „Ich möchte aufräumen mit den Vorurteilen über Kolumbien und das geht am besten, wenn man sich selbst ein Bild macht und davon berichtet“, sagt die 18-Jährige, die Englisch und Biologie als Abi-Leistungskurse belegt hat.

Vor allem Kolumbiens vielfältige Natur fasziniere sie. „Es gibt so viel zu entdecken. Die Karibik, den Pazifik, die Anden oder den Amazonas“, freut sich Mara. Auch ein Gastgeschenk für die Gastfamilie hat sie sich schon überlegt: Natürlich eine Stracke, obwohl sie selbst gar nicht so gerne Fleisch isst. „Das wird eine Herausforderung, denn in Kolumbien wird viel Fleisch gegessen“, weiß Mara.

Auf ihr Hobby das Cello spielen wird sie vorerst verzichten müssen, denn das passt nicht in den Koffer. „Vor dem Koffer packen habe ich schon etwas Angst“, verrät Mara, schließlich muss sie für ein ganz Jahr packen.

Maras weltwärts-Freiwilligendienst wird vom Bundesministerium für wirtschafliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstüzt, den Rest muss Mara über Spenden finanzieren. Dazu muss sie sich einen Förderkreis aufbauen und will zum Beispiel Waffeln verkaufen. Rund 11 000 Euro kostet ihre Reise insgesamt, davon muss sie 2750 Euro selbst finanzieren.

Mara Ellenberger ist unter mara.en.colombia@gmail.com zu erreichen. Ihre Zeit wird sie in einem Internetblog festhalten. 

Von Alena Nennstiel

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