Wirtschaftsjunioren der Region setzen auf Nachhaltigkeit – Neujahrsempfang auf Schloss Neuenstein

Lernen immer wichtiger – ein ganzes Leben lang

Gut aufgestellt für 2012: Bürgermeister Walter Glänzer (rechts) mit Tobias Binder (IHK), den Vorstandsmitgliedern der Wirtschaftsjunioren Harald Wegfarth, Sven Weyh, Roger Knoll (von links) und Professor Dr. Matthias Willems von der Technischen Hochschule Mittelhessen (vorn). Foto: Struthoff

Neuenstein. Das Geschäftsparkett kann ganz schön glatt sein. Damit die Wirtschaftsjunioren wenigstens bei ihrem Neujahrsempfang am Freitagabend auf Schloss Neuenstein auf der steilen Zufahrtsstraße zur Burg nicht ins Rutschen kommen, forderte Bürgermeister und Schlossherr Walter Glänzer eigens ein Streufahrzeug an. Sichere Bodenhaftung also für die jungen Unternehmer und Führungskräfte der Region zum Start ins neue Jahr.

„Unsere Gemeinde ist selbst wie ein kleines Unternehmen“, sagte Glänzer und verwies auf die 50 Beschäftigten und die Liegenschaften, zu denen seit zehn Jahren auch das Schloss gehört. „Der Gemeinde geht es zwar nicht extrem gut, aber ich will nicht klagen, denn das hilft uns nicht weiter“.

Dieses Credo teilen wohl auch die Wirtschaftsjunioren, die in diesem Jahr ganz auf Nachhaltigkeit setzen und sich vor allem um die Nachwuchsgewinnung kümmern wollen, wie der stellvertretende Vorsitzende, Harald Wegfarth, erläuterte. Deshalb hatten sich die Wirtschaftsjunioren auch akademische Verstärkung eingeladen.

Duales Studium

Professor Dr. Matthias Willems, Geschäftsführender Direktor der Technischen Hochschule Mittelhessen, die im Bad Hersfelder Schildepark das duale StudiumPlus anbietet, nutzte die Gelegenheit, um seine Einrichtung vorzustellen.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der Prognosen zufolge allein dem Regierungsbezirk Kassel bis 2030 einen Bevölkerungsrückgang von etwa 24 Prozent bescheren werde, sei lebenslanges Lernen in Aus- und Weiterbildung immer wichtiger.

„Wir werden zu einer Wissengesellschaft“, sagte Willems und warb bei den versammelten Wirtschaftsjunioren angesichts des stetig wachsenden Personalbedarfs um Unterstützung für das duale Studium, das akademische Lehreinheiten mit der Ausbildung im heimischen Betrieb verbindet. „So können wir junge Leute früh an die Region binden und sie nach dem Studium auch hier halten“, sagte Willems.

Appell an Firmen

In Bad Hersfeld werden derzeit die Studiengänge Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik, Ingenieurwesen und Maschinenbau angeboten. Weitere Studiengänge seien möglich, erklärte Willems und zeigte sich optimistisch, dass die Zahl der Studenten am Schildepark kontinuierlich steigen werde. Dazu müssten aber mehr als die bisher zwölf Firmen aus der Region das Angebot nutzen und unterstützen.

Von Kai A. Struthoff

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