Gemeinde reagiert auf Corona-Situation und entlastet Eltern

In Neuenstein werden Kita-Gebühren erlassen

Die Kindertagesstätten in Neuenstein spielten eine wichtige Rolle in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung, die in der Mehrzweckhalle Obergeis stattfand.

Obergeis - So beschloss die Gemeindevertretung einstimmig, die Elternbeiträge für die Kindertagesstätten für die Zeit, in der die Kinder wegen des Corona-Lockdowns zuhause betreut werden, zu erlassen. Für die Mittagsverpflegung ist nur dann zu zahlen, wenn sie in Anspruch genommen wird.

Die Mehrheit der Neuensteiner Eltern, so berichtete Bürgermeister Walter Glänzer, betreue die Kinder an den meisten Wochentagen selbst. Doch gebe es auch viele, die auf die Angebote der Kitas angewiesen seien. Je nach Wochentag seien die Einrichtungen zwischen 25 und 50 Prozent belegt. Alle bemühten sich, so Glänzer, dazu beizutragen, dass es nicht zu noch mehr Einschränkungen komme. Kinder benötigten ihr soziales Umfeld und den Kontakt zu anderen.

Einen Antrag, die Betreuungszeiten in der Kinderkrippe der Kita Regenbogen in Untergeis auszuweiten, stellte die SPD-Fraktion. Katharina Schwalm wies in ihrer Begründung des Antrags darauf hin, dass die derzeitigen Öffnungszeiten von 7.15 bis 12.15 Uhr für viele Eltern, vor allem die Mütter, Hektik und Stress bedeuteten, wenn sie nach der Arbeit die Kinder pünktlich abholen wollten. Gerade für Alleinerziehende sei es da schwierig, Beruf und Kinder zu vereinbaren, sagte Schwalm. Die SPD möchte deshalb eine Ausweitung der Betreuungszeiten auf 14.30 Uhr.

Die CDU-Fraktion sieht das grundsätzlich ähnlich, möchte aber zuvor den Bedarf für erweiterte Öffnungszeiten bei den Eltern ermitteln. Zudem gelte es, die Verfügbarkeit von entsprechenden Räumen zu prüfen, weil die Kinder bei einer Verlängerung auch Plätze für den Mittagsschlaf benötigten. Nicht zuletzt sei der personelle Bedarf zu überprüfen, erläuterte Fraktionsvorsitzender Jürgen Schäfer den Änderungsantrag der CDU.

In Zeiten von Corona bestehe die Möglichkeit, dieses Thema in den Ausschüssen zu besprechen und entsprechend zu beschließen, um eine mögliche Verlängerung der Öffnungszeiten nicht bis nach der Kommunalwahl zu weit nach hinten zu schieben, stellte Bürgermeister Glänzer fest. Der Ergänzungsantrag der CDU-Fraktion wurde schließlich mit den Stimmen der CDU angenommen.

Für die Kindertagesstätten sind zwei neue Stellen im Stellenplan der Gemeinde vorgesehen. Die Gemeinde habe sich, so erklärte der Bürgermeister, in das Projekt PiVA eingeklinkt. Die praxisintegrierte vergütete Ausbildung sei ein dreijähriger Ausbilungsgang zur Erzieherin/zum Erzieher. Wer sich um einen solchen Ausbildungsplatz bewerbe, müsse auch einen Platz in einer entsprechenden Schule nachweisen. Derzeit sei aber noch nicht klar, ob es eine Schule im Landkreis Hersfeld-Rotenburg geben werde, die diesen Ausbildungsgang anbiete. Dazu seien mindestens 13 bis 14 Schüler nötig. Mit Blick auf den Bedarf an Erziehern und Erzieherinnen wäre es sicher sinnvoll, auf dieses Ausbildungsangebot zu setzen, sagte Glänzer.

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