30 Jahre Seniorennachmittag in Rohrbach – alles fest in Frauenhand

Die Jüngsten backen

Verpflegung: Petra Schuch (Mitte) und Marga Gilfert (links) verteilen leckere, von den Frauen selbst gebackene Kuchen und Torten auf den Tischen. Fotos: Schmidl

Rohrbach. „Was haben wir nicht alles auf die Beine gestellt“, staunen Anneliese Pfeffer, Helga Mausehund und Marga Gilfert im Vorfeld des 30. Seniorennachmittages in ihrem Heimatort. Unzählige Sketche und Vorträge haben die Frauen des Frauensingkreises und der Gymnastikgruppe eingeübt, eine „Spinnstube“ eingerichtet, musiziert und viel gesungen. Alles zur Unterhaltung der Dorfältesten beim Seniorennachmittag, der von dem damaligen Pfarrer Ulrich Schmalhaus ins Leben gerufen, von der Kirchengemeinde Rohrbach unterstützt und von den engagierten Frauen „im besten Alter“ von Anfang an mit gestaltet wurde.

1981 fing alles an

Im Jahr 1981 haben sie die Ausrichtung des „Altennachmittages“, wie er damals hieß, in Eigenregie übernommen. Erstmals auf sich allein gestellt eröffneten sie am 17. Dezember das Beisammensein mit dem Lied „Macht hoch die Tür“. „Vor dem Kaffeetrinken Besinnliches und nach dem Kaffeetrinken Lustiges“ war schon damals der Programmablauf, an dem sich bis heute nichts geändert hat.

Auch an dem ungeschriebenen Gesetz: „Wo alte Menschen hingehen, backen die Jüngeren den Kuchen!“ halten die Rohrbacher Frauen fest. Mit der Vollendung des 60. Lebensjahres sind die Seniorinnen und Senioren herzlich willkommen, dieses Mal zu einem gemütlichen Nachmittag in weihnachtlicher Zeit.

Aufgrund übervoller Terminkalender im Dezember wurde der Seniorennachmittag auf den ersten Samstag im Januar verschoben, was der Besinnlichkeit und Freude im winterlich geschmückten, voll besetzten Bürgerhaus keinen Abbruch tat. Chorleiterin Nelly Neufeld begleitete den „kleinen Chor“ beim diesjährigen Eröffnungslied „Schnell läuft die Zeit“ und die mit allen Gästen gemeinsam gesungenen Lieder auf dem Akkordeon. Lektorin Simone Zell aus Reilos erklärte sich sehr zur Freude der Veranstalter bereit, den besinnlichen Teil mit einer Andacht abzuschließen.

Herzhaftes Gelächter begleitete nach der Kaffeepause den lustigen Vortrag von Karl Fischer, der schwungvolle Auftritt der Gardemädchen aus Meckbach unter der Leitung von Nicole Schröder und Gisela Apel wurde viel beklatscht, bevor die erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz den Nachmittag mit einem hoffnungsfrohen Vortrag bereicherte. Sie wünscht sich, dass sich junge Frauen finden, die diese schöne Tradition der Ausrichtung eines Seniorennachmittages aufrecht erhalten.

Willi Kümmel, der erste Beigeordnete der Gemeinde Ludwigsau, war gleich in doppelter Funktion da. Als eingeladener Senior und als Vertreter der Gemeinde. Alle Ehrengäste, zu denen auch „Fast-Senior“ und Ortsvorsteher Karl Grebe gehörte, bedankten sich bei den rührigen Frauen und ganz besonders bei Helga Manns als Vorsitzende des Frauensingkreises und Marga Gilfert als Vorsitzende der Gymnastikgruppe. Sie haben wie alle ihre Vorgängerinnen in den vergangenen dreißig Jahren die Organisation des Seniorennachmittages federführend übernommen, der auch in diesem Jahr mit einem gelungenen Programm punktete, das aber auch noch Zeit zum „Schwatzen“ ließ.

Dreißig Jahre Organisation des Seniorennachmittages bedeutet aber auch, dass die jungen Frauen von damals heute zum großen Teil zu den Seniorinnen gehören. „Mit 60 Jahren darf man sich an den Tisch setzen“, entschied Anneliese Pfeffer nach jahrzehntelangem Einsatz daher zu Recht.

Von Gudrun Schmidl

Kommentare