Lehrerin beobachtet brenzlige Situationen 

Kontrolle in Friedlos: Gefahr durch Elterntaxis vor den Schulen

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Wachsame Augen: Volker Schork überprüfte als ACE-Regionalbeauftragter Hessen, ob Elterntaxis im Halteverbot und auf dem Gehweg parkten.

Eine Lehrerin aus Friedlos beobachtet immer wieder brenzlige Verkehrssituationen zwischen Schulkindern und Autofahrern. Die Schuldigen sind für sie oft schnell gefunden: Elterntaxis. 

„Zu viele Mütter und Väter bringen ihre Kinder morgens zur Schule“, sagt Isabel Mader. Sie ist Lehrerin an der Fuldatal-Schule in Friedlos. Viele gefährliche Situationen entstünden, wenn Eltern beispielsweise vor der Schule im Halteverbot hielten und die Kinder an der Fahrbahnseite ausstiegen. Elterntaxis sorgen im Kreis Hersfeld-Rotenburg seit Jahren für Verkehrschaos an vielen Schulen.

Mader hat am Dienstagmorgen mit Mitgliedern des Auto Club Europas (ACE), der mit über 630 000 Mitgliedern einer der größten Automobilclubs Deutschlands ist, Eltern morgens vor der Schule auf die Problematik aufmerksam gemacht. Auch das Ordnungsamt Ludwigsau und die Kreisverkehrswacht waren vor Ort. 

„Die Kinder sollten nicht mit dem Auto gebracht werden. Sie müssen lernen, sich selbstständig im Verkehr zu bewegen“, sagt ACE-Regionalbeauftragter Volker Schork. Nur als Fußgänger könnten die Schüler lernen, die Fahrgeschwindigkeiten von Autos richtig einzuschätzen. Auch das Erlernen der nonverbalen Kommunikation mit den Pkw-Fahrern sei wichtig. „Wenn ich einem Autofahrer ins Gesicht blicke, weiß ich, ob ich die Straße vor ihm überqueren kann oder nicht. Das müssen Kinder auf dem Weg zur Schule lernen“, sagt Schork.

Isabel Mader, Lehrerin an der Fuldata-Schule in Friedlos

Schork kontrollierte, ob Eltern vor der Schule im Halteverbot, auf dem Gehweg und in der zweiten Reihe parkten. Zudem überprüfte er, ob Autofahrer am Schulgelände wendeten oder rückwärts fuhren. „Bei diesen Manövern steigt das Risiko für einen Unfall“, sagt Schork. Die Daten sollen mit dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg und der Schulleitung ausgewertet werden. „Wir wollen Lösungen finden“, sagt Reinhold Bless von der Kreisverkehrswacht.

Auch Matthias Kranz vom Ludwigsauer Ordnungsamt machte sich ein Bild von dem morgendlichen Chaos. „Die Verkehrssituation ist ausgelastet“, sagt Kranz. Zu viele Eltern würden ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. „Manche Eltern parken 70 Meter von der Schule entfernt, nur um ihre Kinder zum Unterricht zu kutschieren“, sagt der Ordnungshüter.

Wie die Anzahl der Elterntaxis heruntergefahren werden kann, steht noch nicht fest. Eine mögliche Lösung könnte ein Parkplatz sein, der etwas von der Schule entfernt ist. „Dort könnten Kinder sicherer die Autos verlassen. Dann müssten sie nicht mehr an der Straße vor der Schule aussteigen“, sagt Schork.

Von Jan Wendt

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