Ludwigsau investiert weiter auf Sparflamme und lebt vom Eingemachten

Fürs Bauen und Funken

Friedlos. Die Gemeinde Ludwigsau kocht weiter auf Sparflamme und lebt bei Investitionen und im laufenden Betrieb vom Eingemachten. Das ist der Tenor des Etats, den Bürgermeister Thomas Baumann gestern Abend im Friedloser Bürgerhaus den Fraktionen vorgelegt hat.

Ganz neu ist das weder für die SPD noch die CDU, die im Vorfeld in die Gestaltung des Zahlenwerks eingestiegen waren. Insgesamt seien 250 Vorhaben im investiven Teil und 60 Positionen im Finanzhaushalt auf Zweckmäßigkeit und Machbarkeit abgeklopft worden, berichtete der Bürgermeister.

Der Haushalt wird nun im zentralen Ausschuss sowie von den Fachleuten für Flur und Forst noch einmal besprochen und in der nächsten Parlamentssitzung verabschiedet.

Im laufenden Betrieb gibt die Gemeinde 7,6 Millionen Euro aus und fährt Erträge von 7,5 Millionen Euro ein. Im ordentlichen Ergebnis, das nach den Vorgaben der Doppik der Gradmesser für den wirtschaftlichen Erfolg bildet, weist der Etat ein Minus von 190 000 Euro aus. Geld, das die Gemeinde von der hohen Kante nehmen muss, die es in Ludwigsau tatsächlich noch gibt.

Der Haushalt liegt mit einer Ausgabensteigerung von 200 000 Euro über dem Niveau des vergangenen Jahres. Da finanziell die Bäume nicht in den Himmel wachsen, wirtschaftet die Gemeinde kontinuierlich und konzentriert sich aufs kommunale Kerngeschäft.

Die Gemeinde Ludwigsau hält Steuern, Gebühren und Beiträge konstant und will auch im 40. Jahr ihres Bestehens keine Kredite aufnehmen.

Chronische Schwäche

Leichte Verbesserungen bei den Einnahmen gab es im Bereich der Gewerbesteuer. Dennoch habe sich nichts an der Tatsache geändert, dass die kommunalen Haushalte unterfinanziert sein, sagte der Bürgermeister. Noch niemals seien die Kommunen durch eine Landesregierung stiefmütterlicher behandelt worden, als momentan.

Eine Hoffnung setzt Baumann in diesem Jahr auf steigende Schlüsselzuweisungen als Folge der guten Konjunktur. Baumann hofft auf einen Anstieg um 500 000 auf eine Million Euro in diesem Bereich. Ein Risiko bleiben die unaufhörlich steigenden Energiekosten. Einmal volltanken für Ludwigsau war 2011 noch für 60 000 Euro zu haben, in diesem Jahr nicht mehr unter 110 000 Euro.

Die Gemeinde legt bei den Gebühren in den Kindergärten, bei der Trinkwasserversorgung und beim Kanal weiter kräftig drauf. Durch den Bevölkerungsschwund und den Verlust an landwirtschaftlichen Betrieben verkauft Ludwigsau bereits 50 000 Kubikmeter weniger Frischwasser als noch Mitte der 90er-Jahre. Demgegenüber gehen ständig steigende Anforderungen an die Abwasserklärung ins Geld.

Von Kurt Hornickel

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