transpower: Entscheidung über unterirdische Leitung später

Erdverkabelung bleibt möglich

transpower: Entscheidung über unterirdische Leitung später

Ludwigsau. Für das jetzt anlaufende Raumordnungsverfahren (ROV) für die Starkstromleitung von Wahle nach Mecklar hat die „transpower stromübertragungs GmbH“ zwar nur Freilandleitungen angemeldet, jedoch bleibt auch die Erdverkabelung in Teilbereichen möglich. Das hat Unternehmenssprecherin Joëlle Bouillon auf HNA-Anfrage klargestellt.

„Das Raumordnungsverfahren ist keine Absage an eine Teilverkabelung unter der Erde“, sagte Bouillon. Hier gehe es lediglich um das Finden des am besten geeigneten Trassenkorridors für die 380 Kilovolt-Leitung, über die Windenergie von der Küste ab 2015 in die Ballungsgebiete transportiert werden soll.

Sie verwies darauf, dass die Strecke Wahle - Mecklar im Energieleitungsausbaugesetz (EnLag) als Pilotprojekt vorgesehen sei, bei dem die Machbarkeit einer Erdverkabelung erkundet werden solle. Das EnLag sieht vor, dass die Starkstromleitung immer dann unterirdisch geführt werden soll, wenn die Trasse näher als 400 Meter an geschlossene Wohngebiete oder 200 Meter an einzelne Häuser im Außenbereich heranreicht. Bouillon: „Wir nehmen diesen Auftrag, eine Pilotleitung als Erdkabel nach dem Stand der Technik zu bauen, sehr ernst.“

Ob dies auch über längere Strecken technisch beherrschbar sei, solle dabei herausgefunden werden: „Es gibt dafür noch keine Praxiserfahrung.“ transpower kalkuliert einen Kilometer Freilandleitung über die bis zu 60 Meter hohen Masten mit durchschnittlich einer Million Euro. Die Kosten für die Erdverkabelung lägen je nach Gelände um ein Vierfaches höher. Wo die Leitung letztlich unter die Erde kommt, wird im sich anschließenden Planfeststellungsverfahren bestimmt.

Erst dort wird auch über den genauen Trassenverlauf entschieden. Für die Stromleitung wird letztlich nur eine rund 20 Meter breite Schneise mit allerdings größerem Freiraum benötigt. Klar ist, dass die 380-KV-Leitung bevorzugt über bereits heute bestehenden Starkmstromleitungen verlaufen würde.

Für den Kreis Hersfeld-Rotenburg gibt es zwei Trassenmöglichkeiten. Die örtliche Bürgerinitiative gegen die 380-KV-Leitung setzt sich vehement für eine Erdverkabelung ein. Eine Überland-Trasse beeinträchtigt nach Auffassung der Gegner massiv Natur und Umwelt – unter anderem durch Elektrosmog – und könne wirtschaftliche Einbußen auslösen: Immobilien verlören an Wert, Touristen blieben aus.

transpower bietet Informationsabende an, allerdings keinen im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Termine in der näheren Umgebung: Montag, 14. Juni, ab 19 Uhr in der Melsunger Kulturfabrik und parallel im Bürgerhaus Meißner-Abterode. (tom/sis) DER ZEITPLAN

Detaillierte Pläne zum Verlauf der Trassen auf der Internet-Seite von transpower:

http://www.transpower.de/pages/tso-netzausbau_de/Projekte/

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