Amerikaner ist auf Spurensuche

Zurück zu den Wurzeln: Stewart Weppler hat Vorfahren in Oberaula

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Sie verbrachten das Wochenende auf der Suche nach ihrer Vergangenheit in der Aumühle in Oberaula: Seraphina, Vy, Spencer, Saoirse und Stewart Weppler aus Vermont (von links). Unterstützt wurden sie dabei von Ahnenforscherin Ulrike Bernhardt (roter Schal) und den Gastgebern Roland und Marianne Hühn (von rechts). 

Stewart W. Weppler kommt aus Amerika, und nicht nur sein Nachnahme trieb ihn um. In Oberaula ist er nun auf Spurensuche. Sein Urgroßvater soll dort zur Welt gekommen sein.

Stewart W. Weppler kam am 9. September 1945 in Princeton im US-County New Jersey zur Welt. Heute lebt er nach mehreren Umzügen in Stowe, einem kleinen Ort im Bundesstaat Vermont nahe der Grenze zu Kanada südlich von Montreal.

Weppler war eine Zeit lang in der Army und verdiente seinen Lebensunterhalt als Finanzmanager. Aus der Ehe mit Michel hat er einen Sohn, der mittlerweile selbst verheiratet ist und zwei Mädchen gezeugt hat.

Soweit so gut, ein ganz normales – amerikanisches – Leben. Was gar nicht da hinein passt, ist der Nachname Weppler und noch etwas trieb den Amerikaner um: Viele Menschen in seinem Umfeld hielten oder halten „George“ für seinen Nachnamen. So begann Weppler im Jahr 2007, als beruflich in seinem Leben mehr Ruhe und Zeit aufkam, Nachforschungen zu seiner Vergangenheit und Herkunft anzustellen. Nach vielen ausgiebigen und teilweise teuren Recherchen stellte sich dann heraus, dass sein Urgroßvater Heinrich Georg Weppler am 6. November 1854 in Oberaula zur Welt gekommen war.

Im April 1873 hatte dessen „Vormunderin“ – gemeint ist vermutlich die Mutter – einen Antrag auf Ausreise in die USA gestellt, weil die Zukunftsaussichten für den Jungen in Oberaula schlecht seien, in Amerika dagegen „vermögende Verwandte“ für gute Bedingungen sorgen könnten. Innerhalb kurzer Zeit war der Antrag bewilligt. Wann Georg Heinrich die Reise nach New York antrat, ist nicht genau nachvollziehbar – vermutlich 1817 – wohl aber, dass er in Brooklyn als Uhrmacher lebte.

Das reichte für Stewart, um Tickets zu buchen und gemeinsam mit Sohn Spencer, dessen Frau Vy und ihren Töchtern Saoirse und Seraphina nach Oberaula zu reisen. Dass sie bei der Buchung der Unterkunft per Internet ausgerechnet in der Aumühle landeten, war ein wahrer Glücksfall.

Als Marianne und Roland Hühn von dem Grund des Aufenthaltes erfuhren, schalteten sie sofort Ulrike Bernhardt aus Friedigerode ein. Die ist als passionierte Ahnenforscherin weithin bekannt und hat schon für viele Familien Nachforschungen betrieben und Stammbäume erstellt.

Sie fand unter anderem heraus, das nicht nur Stewarts Vater Robert, genannt Bob, sondern auch sein Großvater Burghardt als auch der ausgewanderte Heinrich „Georg“ als zweiten Vornamen führten.

Das könnte den falschen Nachnamen in Amerika erklären, sorgte aber auch immer wieder für Verwirrungen und Verwechslungen bei der Recherche. Zusätzlich stellte sich heraus, dass die „vermögenden Verwandten“ auf einen bereits früher ausgewanderten Vorfahren von Heinrich oder auf die Oberaulaer Familien Rös, Klippert und Sohl hindeuten könnten, von denen einige Mitglieder bereits um 1830 nach Amerika ausgewandert waren. Es stellte sich jedoch auch heraus, dass es aus der Linie des Heinrich Georg Weppler mit großer Wahrscheinlichkeit keine lebenden Nachfahren in der Region gibt, obwohl der Name Weppler gar nicht selten bei uns vorkommt.

Hinweise ergaben sich aber darauf, wo die Vorfahren gewohnt haben könnten. Logischerweise stimmten die alten Angaben nicht mit dem aktuellen Straßenverzeichnis überein. Helfen konnte hier Heinz Herget.

Der weiß „alles“ über Oberaula und seine Geschichte und machte so fünf mögliche Adressen ausfindig. Also machten die Wepplers aus Amerika am Samstagnachmittag einen ausgedehnten Spaziergang durch Oberaula, ganz getreu dem Motto: „Back to the Roots“. (lö)

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