Kirchheimer Parlament diskutiert Grundstückspreise „Im Rod“

Streit um fünf Euro für Gewerbeflächen

Unter Einhaltung aller Corona-Regeln tagte das Kirchheimer Gemeindeparlament am Donnerstagabend im Saal des Bürgerhauses. Die Regeln des einem solchen Gremium angemessenen Verhaltens fanden indes weniger Beachtung.
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Unter Einhaltung aller Corona-Regeln tagte das Kirchheimer Gemeindeparlament am Donnerstagabend im Saal des Bürgerhauses. Die Regeln des einem solchen Gremium angemessenen Verhaltens fanden indes weniger Beachtung.

Heftig und hoch emotional diskutiert wurde in der Sitzung des Kirchheimer Parlaments. Unter anderem ging es um den Verkaufspreis für Grundstücke im Heddersdorfer Gewerbegebiet „Im Rod“.

Kirchheim – Dort gibt es zwei Kaufinteressenten für Grundstücksflächen. Auch die „Glasfabrik“ Gethke zeigt Interesse am Ankauf weiterer Flächen. Deshalb wollte Bürgermeister Manfred Koch mit seinem Antrag den Verkaufspreis auf 35 Euro pro Quadratmeter festsetzen lassen.

Der Buchwert betrage 40 Euro pro Quadratmeter, stellte der CDU-Fraktionsvorsitzende, Wolfgang Curth, fest und sprach in diesem Zusammenhang von Geschenken an Interessenten, die bisher nur der Bürgermeister kenne. Er unterstellte sogar mögliche Vorteilsnahme des Bürgermeisters im Amt. Beim Verkauf der Flächen an die Glasfabrik habe man sich schon 215 000 Euro „ans Bein gestrichen“.

Auch der Hinweis des Bürgermeisters, dass es zunächst nur um die Festlegung des Preises gehe und eventuelle Kaufvertr��ge vom Parlament beschlossen werden müssten, sowie die Preisgabe der Namen der Interessenten, die als Zuschauer vor Ort spontan ihr Einverständnis dazu gegeben hatten, überzeugte die CDU nicht. Während Oliver Kurz (SPD) sehr engagiert darauf hinwies, dass es die Glasfabrik in Kirchheim nicht gäbe, wenn man einen höheren Preis gefordert hätte und man die Ansiedlung heimischer Investoren gerade in dieser schwierigen Zeit fördern müsse, monierte Axel Schmidt (CDU), dass man wieder einmal übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei. Die CDU werde sich aber nicht gegen die Ansiedlung von Jungunternehmern wehren.

„Der Lächerlichkeit haben wir nun genüge getan“, stellte sichtlich wütend und aufgeregt der SPD-Fraktionsvorsitzende, Carl-Gerold Mende, fest. Er wies darauf hin, dass im Haupt- und Finanzausschuss bereits sehr klar festgestellt worden sei, dass es sich bei beiden Kaufinteressenten um Unternehmer aus Kirchheim handele, das sollte also auch die CDU-Fraktion wissen. Es würden hier keine Geschenke gemacht, wie die CDU es darstelle, und das 40 Euro im Grundbuch stünden, bedeute nicht automatisch, dass man für diesen Preis auch verkaufen könne. Es sei Aufgabe der Politiker, Unternehmen vor Ort zu unterstützen.

Nachdem der Bürgermeister noch einmal darauf hingewiesen hatte, dass es hier nicht um einzelne Unternehmer, sondern um die allgemeine Festlegung des Preises gehe, wurde der Antrag schließlich mit 18 Stimmen und einer Enthaltung beschlossen. ( Bernd Löwenberger)

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