IC-Unfall im Schnellbahn-Tunnel simuliert – 500 Ehrenamtliche im Einsatz

Schiedsrichter sind am Zug

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Alle Hände voll zutun: Die notärztliche Versorgung der Opfer im Rettungszug klappte reibungslos. Fotos: Manns

Kirchheim. Ein IC entgleist im Kirchheim-Tunnel der Schnellbahnstrecke Hannover-Würzburg. Von den rund 100 Fahrgästen ist eine unbekannte Anzahl verletzt, andere stehen unter Schock und irren umher. Gegen 0.20 erreicht der Notruf der DB AG die Leitstelle Hersfeld-Rotenburg, es wird Alarm ausgelöst.

So geschehen am vergangenen Wochenende, als in einer Großübung von Feuerwehr, DRK, THW, Deutscher Bahn und weiterer Dienste ein Tunnel-Unfall simuliert und eine großangelegte Rettung geübt wurde. Rund 500 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer waren im Einsatz, Blaulichter zuckten in Kirchheim durch die Nacht, wo an der Rettungswache die Einsatzzentrale eingerichtet worden war.

Gut vier Stunden später war alles vorbei und die Verantwortlichen, allen voran Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten als technischer Einsatzleiter, Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, zogen erste Bilanz.

Zwei Rettungszüge

Gut geschminkt: 35 Mimen waren bei der Tunnelübung als „Verletzte“ im Einsatz.

Beide Rettungszüge der DB AG aus Fulda und Kassel, dazu die Feuerwehren aus Kirchheim, Niederaula, Bad Hersfeld, Bebra, Rotenburg und Wildeck, das THW, alle Sanitätseinheiten der DRK-Kreisverbände Hersfeld und Rotenburg, Bundespolizei, hessische Polizei und viele weitere Helfer waren im Einsatz bei dieser Großübung. Schon seit Tagen waren Vorbereitungen getroffen worden, um die Übung in einem vernünftigen Rahmen abzuwickeln.
Vor 2 Uhr erreichten die Helfer mit den Rettungszügen den verunglückten IC und begannen, die als Verletzte geschminkten Mimen zu bergen.

Mehr als 30 zum Teil erheblich Verletze wurden aus dem entgleisten Zug heraustransportiert und zu den Rettungsplätzen gebracht. Eine besondere Herausforderung war die An- und Abfahrt auf den einspurigen Feldwegen, die von der Polizei zusammen mit den Feuerwehren und der Technischen Einsatzleitung geregelt wurde.

Rettungskonzept überprüfen

Die Übung sollte dazu dienen, das Rettungskonzept zu überprüfen, Stärken herauszustellen und Schwachpunkte aufzuzeigen. Insbesondere die technischen Schwierigkeiten beim Funk müssten behoben werden, waren sich Regierungspräsident Dr. Lübcke und Landrat Dr. Schmidt einig.

Die beiden Spitzenbeamten dankten allen Beteiligten für ihr Engagement, das keinesfalls selbstverständlich sei. „Wer geht schon gerne mitten in der Nacht am Wochenende zu einer Großübung“, stellte der Landrat fest.

In den kommenden Wochen wird die Tunnelübung in den beteiligten Dienststellen analysiert und ausgewertet. Auch die Berichte der Schiedsrichter aus den Nachbarlandkreisen werden dazu herangezogen. (red)

Fotos von der Rettungsübung

Rettungsübung: Personenzug im ICE-Tunnel entgleist

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