Feuerwehren Hausen und Ibra

Zusammen sind sie einsatzbereit

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Einen Bewilligungsbescheid über 30 000 Euro überbrachte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (Dritter von links). Erfreut über die Zuwendung waren (von links): Bürgermeister Klaus Wagner, der Hausener Wehrführer und stellvertretende Gemeindebrandinspektor Alexander Kurz, Gemeindevorstandsmitglied Karl-Heinrich Richardt, Gemeindebrandinspektor Michael Becker, der stellvertretende Wehrführer Hausen, Alexander Erler, und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Marcus Schug. Das vollständige Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuz oben rechts klicken.

Mit 30.000 Euro unterstützt das Land Hessen den freiwilligen Zusammenschluss der Feuerwehren  der Oberaulaer Ortsteile Hausen und Ibra.

Oberaula – „Das ist kein Tag der Freude, aber es ist ein Tag der Vernunft“, kommentierte der Kasseler Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke den Zusammenschluss der Einsatzabteilungen der Oberaulaer Ortsteilfeuerwehren Ibra und Hausen.

Er habe ganz bewusst beschlossen, den Bewilligungsbescheid über 30 000 Euro persönlich zu überbringen, nicht nur, weil er selbst über 40 Jahre lang in der Feuerwehr aktiv sei, sondern auch, weil ihm die Feuerwehren sehr am Herzen lägen und es oberstes Ziel sei, die Sicherheit für die Bevölkerung herzustellen. „Feuerwehr ist mein Leben“, sagte Lübcke.

Nicht mehr aufzubringende Einsatzbereitschaft, insbesondere tagsüber, ist einer der Hauptgründe, weshalb sich die Ibraer Einsatzabteilung freiwillig entschloss, sich den Hausenern anzuschließen. Rein optisch wird sich durch den Zusammenschluss erst einmal nichts ändern. Das Feuerwehrauto bleibt weiterhin in Ibra stationiert. Der bisherige Ibraer Wehrführer Tobias Herzog wird 2. Gerätewart.

„Im Alarmfall bedeutet das, dass die Ibraer dann auch mit nur ein oder zwei Kräften ausrücken können und die Fahrzeugbesatzung dann mit Hausener Kameraden aufgefüllt wird“, erläuterte Bürgermeister Klaus Wagner die Veränderungen.

Er legte in diesem Zusammenhang Wert auf die Feststellung, dass die Gemeinde zu keiner Zeit politischen Druck auf die Feuerwehren ausgeübt hätte. Im Gegenteil sei in zahlreichen Gesprächen mit deren Führungskräften und Einsatzabteilungen der Bedarfs- und Entwicklungsplan erstellt worden, der seit Ende 2017 zu den Überlegungen für einen zentralen Stützpunkt aller Wehren in der Kerngemeinde (HZ berichtete) geführt habe. Im Übrigen beträfen alle diese Maßnahmen nur die Einsatzabteilungen und nicht die Vereine, deren Erhalt ausdrücklich erwünscht sei. Das sah auch der Regierungspräsident so: Die Vereine blieben erhalten, weil sie auch einen großen Stellenwert im Sozialgefüge kleiner Ortsteile hätten. Den wachsenden Personalmangel sah Lübcke nicht unbedingt an mangelndem Interesse oder zu geringer Bereitschaft zum Ehrenamt – auch in anderen Vereinen –, sondern auch an Veränderungen im Bereich der Technik und den sich wandelnden Arbeits- und Lebensstrukturen. „Wir bauen schöne Straßen, damit die Leute bequem ihren weit entfernten Arbeitsplatz erreichen können und wundern uns dann, dass keiner mehr vor Ort ist, wenn er gebraucht wird“, sagte Lübcke. Er lobte die Pläne der Oberaulaer und hofft gemeinsam mit dem Bürgermeister, dass die Zusammenlegungen nicht nur zu finanziellen Einsparungen führen, sondern ein attraktiver, neuer und moderner Standort auch neue Mitglieder und besonders mehr junge Leute als Nachwuchskräfte anziehen kann.

VON BERND LÖWENBERGER

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