Aktion gegen Streuner

Tierfreunde in Friedigerode: Die Katzen kommen zuerst

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Diese kleine Tafel ziert den Eingang von Elke Hoffmann-Salaki im Oberaulaer Ortsteil Friedigerode.

Mit einer Aktion gegen streunende Katzen engagieren sich Tierfreunde im Oberaulaer Ortsteil Friedigerode.

„Ein Leben ohne eine Katze ist möglich, aber sinnlos“ steht auf einer kleinen Tafel neben der Haustür von Elke Hoffmann-Salaki im Oberaulaer Ortsteil Friedigerode, und damit ist eigentlich schon alles gesagt.

Seit frühester Kindheit liebt die Frau Tiere, und ganz besonders Katzen. Aktuell lebt sie mit sechs eigenen Katzen in ihrer Wohnung und zwanzig streunende Dorfkatzen füttert sie seit einiger Zeit mit durch.

Und die Katzen kommen an erster Stelle. „Erst müssen morgens die Tiere versorgt sein, bevor ich selbst frühstücke und Zeit für mich habe“, gesteht die 73-Jährige. Ebenso sieht das Enkeltochter Lara, die fünf Katzen bei sich zu Hause hält – fast alle ehemalige Streuner. „Das habe ich von Oma so gelernt“, sagt sie.

Für die Streuner gibt es eine Futterstelle im Garten, die morgens und abends mit Futter bestückt wird, eine zweite weiter unten im Dorf, wird nur einmal am Abend gefüllt – und das geht ins Geld.

„Früher waren es nur fünf oder sechs Katzen, die ich gefüttert habe, aber mit der Zeit wurden es immer mehr und jetzt wird mir das einfach zu viel“, klagt Hoffmann-Salaki, und damit die Population nicht noch weiter zunimmt, hat sie jetzt eine Aktion zur Sterilisation und Kastration gestartet. Dabei werden die Tiere auch mit einem Chip versehen, der sie zukünftig als „Streuner Friedigerode“ kenntlich macht. Seit Montag hat sie in ihrem Heimatort gemeinsam mit einigen Helfern, darunter die Enkelin samt Freund, Fallen aufgestellt. Im Vorfeld hatte sie die Oberaulaer darüber informiert. Täglich wurden die Fallen kontrolliert und neu bestückt, nur zu bestimmten Zeiten waren sie scharf gestellt.

Gefangene Tiere kamen bei Horst Keil in Verwahrung, der auch die Räumlichkeiten für die Operationen am Donnerstag zur Verfügung stellte.

Insgesamt 20 Katzen waren bis Mittwochabend in die Fallen getappt, darunter eine, die die Katzenfreundin nicht kennt und zusätzlich ein dicker fetter Waschbär, der natürlich wieder freigelassen wurde.

Unterstützt wurde die Friedigeröderin durch den Friedewalder Tierschutzverein „Pfötchen Engel“ der nicht nur einen Großteil der benötigten Fallen und Käfige zur Verfügung stellte, sondern auch mit dafür sorgte, dass die Kosten für die Operationen, jede etwa 85 bis 100 Euro, durch das Land Hessen übernommen wurden.

Im Gegenzug hat Elke Hoffmann-Salaki die Ärzte und alle Helfer den Tag über verpflegt und am Mittag zu einem Essen eingeladen und dabei nicht auf den Cent geschaut. „Das war mir die Sache wert, in der Hoffnung, dass ich nicht immer mehr Geld für Katzenfutter ausgeben muss“, sagt die Katzenliebhaberin.

Apropos Futter: kürzlich hat ihr ein anonymer Spender einige Kartons mit Trockenfutter vor die Haustür gestellt. Die blockieren jetzt zwar ein Bad im Obergeschoss, nehmen aber auch rapide ab. So gesehen wären weitere Spenden willkommen.

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