Tierische Landschaftspfleger

Spende hilft bei Versorgung von Heckrindern in Oberaula

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Die Tiere mit den gewaltigen Hörnern werden auch in der Landschaftspflege eingesetzt.

Eine Herde mit zwölf Heckrindern – acht Bullen und vier Kühe – grast derzeit auf einer Weide von Armin Pantke in einem kleinen Seitental des Osterbachs im Norden Oberaulas.

„Heckrinder heißt die Art, weil die Brüder Heinz und Horst Heck in den 1920er-Jahren mit verschiedenen Rinderrassen den Versuch einer Abbildzüchtung oder Rückzüchtung zum Auerochsen begannen“, erzählt Julya Dünzel, 1. Vorsitzende des Vereins Initiative Lebenstiere mit Sitz in Haunetal-Wetzlos.

Der berühmte „Yakwilli“ – Willi Schmidt, auch „der Rinderflüsterer aus der Rhön“ genannt – hatte vor einigen Jahren die Tiere in seiner und ihrer angestammten Heimat wieder angesiedelt und die Herde dann vor seinem Tod im Herbst 2018 in die Obhut des Vereins gegeben, in dem er als Klauenpfleger agierte.

Die 24 Mitglieder des Vereins haben es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, dass „jedes Lebewesen um seiner selbst Willen sein Leben genießen kann, ohne einen Nutzen erfüllen zu müssen“ und ihm nach respektvoller und artgerechter Haltung zu einem möglichst natürlichen Tod zu verhelfen. Dabei arbeitet die Initiative eng mit zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben und Einrichtungen sowie mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zusammen.

Eine Spende in Höhe von 3000 Euro übergab die Filialleiterin der Sparda-Bank Bad Hersfeld, Ute Rudolph (Mitte) an die Vorsitzende der Initiative Lebenstiere, Julya Dünzel, und ihren Stellvertreter Timo Geuß. Deren Auerochsenherde überwintert derzeit im Norden Oberaulas.

Hier sind die Tiere im Sommer als „Landschaftspfleger“ tätig. Mit ihren gewaltigen Hörnern und ihrem Fressverhalten tragen sie zum Erhalt von Freiflächen bei und schaffen damit notwendige Voraussetzungen für den Bestand zahlreicher seltener Pflanzen und Tiere. Die Umsiedlung im Winter wird nötig, weil bei viel Schnee die Herde nicht genügend Futter findet und die Versorgung in dem begrenzten Areal einfacher ist, als in dem weitläufigen Reservat.

Aber auch hier müssen die Tiere gefüttert und versorgt werden. „Rund 6000 Euro kostet der ‘Ausflug’ mit Transport“, erläutert der 2. Vereinsvorsitzende, Timo Geuß. Da kam es gerade recht, dass die Tierfreunde bei der Spendeninitiative der Sparda-Bank Hessen „Vereint für Deinen Verein“ in der Kategorie Tierschutz mit 3878 Stimmen den vierten Platz belegten und dafür von der Leiterin der Sparda-Bank-Filiale Bad Hersfeld, Ute Rudolf, jetzt einen Geldbetrag in Höhe von 3000 Euro entgegennehmen konnten.

20 bis 25 Jahre alt können die Tiere werden. „Wir möchten nicht, dass die Herde größer wird, weil sie ja dauerhaft versorgt werden muss und wir keine Tiere irgendwann ins Ungewisse oder zum Schlachter schicken wollen“, erklärt Dünzel. Deshalb führt die Initiative die von Yakwilli geplante Zucht nicht weiter und hat die männlichen Tiere kastrieren lassen. Noch bis Ende April wird die Herde in Oberaula bleiben, ehe es dann wieder zurückgeht in die Rhön.

Zusätzlich zu der Pflege verschiedener Tiere will die Initiative ab diesem Jahr auch Schulklassen betreuen und den Kindern Themen wie Hof-Führung, Ethik und Verhaltensweisen gegenüber anderen Lebewesen erläutern. Auch selbst bilden sich die Mitglieder weiter, zum Beispiel im Bereich der Klauenpflege, damit sie nicht auf Hilfe von außen angewiesen sind. Nähere Informationen gibt es unter: www.lebenskuehe.de. Hier erfährt man auch, wie man die Tierschützer mit einer Patenschaft unterstützen kann. lö

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