Tag der offenen Tür

Positives Feedback zum neuen Waldkindergarten in Oberaula

Viele Kinder sitzen auf Baumstämmen vor einer Holzhütte im Wald. Hinter den Kindern stehen einige Erwachsene, von links: Francine Bögelsack, Franziska Gerst, Manuela Klimpel, Forstingenieur Thomas Müller als Vertreter des Waldbetreibers und Bürgermeister Klaus Wagner.
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Die Aulataler Waldfüchse: Sie präsentierten, umgeben von zahlreichen Kindern und Besuchern, am Samstagvormittag den neuen Oberaulaer Waldkindergarten (Stehend von links): Francine Bögelsack, Franziska Gerst, Manuela Klimpel, Forstingenieur Thomas Müller als Vertreter des Waldbetreibers und Bürgermeister Klaus Wagner.

Seit einigen Wochen gibt es in Oberaula einen Waldkindergarten. Bei einem Tag der offenen Tür präsentierten sich die „Aulataler Waldfüchse“ den interessierten Besuchern.

Oberaula – „Ihre Kinder werden wahrscheinlich ziemlich müde sein, erfahrungsgemäß werden sie auch ziemlich dreckig sein und – das ist eins unserer Ziele – hoffentlich werden sie auch ziemlich glücklich sein, wenn sie nach Hause kommen“, sagte Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner in seiner kurzen Rede zum Tag der offenen Tür in der neuen Kindertagesstätte „Aulataler Waldfüchse“.

Es sieht schon auf den ersten Blick idyllisch, gemütlich und einladend aus und irgendwie liegt ein Hauch von Freiheit und Abenteuer über dem Gelände mitten im Wald in der Nähe des Waldschwimmbades. Dominant präsentiert sich der „Bauwagen“, der in Wirklichkeit ein speziell für Waldkindergärten hergestellter 30 Quadratmeter großer Schlechtwetter-Unterschlupf ist, mit allem was man braucht: einem Aufenthalts- und Spielzimmer, einer Ruhezone, einer Miniküche und einer Toilette auf Kompostbasis. Wasser- und Stromanschluss, der von den Mitarbeitern des Bauhofes vom Schwimmbad bis in den Wald verlegt wurden, sorgen für saubere Hände oder heißen Tee und für Licht und Wärme.

Für die Kommunikation nach draußen gibt es guten Handyempfang und ein schnelles Internet mit einer extra eingerichteten App. Vorrangig aber sollen sich die Kinder im Freien aufhalten und dazu dient ein großes Rondell mit Baumstämmen, aus Baumstümpfen heraus gesägten Stühlen und Tischen direkt vor der schützenden Unterkunft als zentraler Treffpunkt für derzeit 14 Mädchen und Jungen ab einem Alter von drei Jahren. Bis zu 25 Kinder könnten hier aufgenommen werden, zumindest im ersten Betriebsjahr will man aber die Kapazität auf maximal 20 beschränken, erklärte Wagner.

Rund 110 000 Euro hat die Errichtung der eigenständigen Ganzjahres-Kindertagesstätte inmitten der Natur gekostet, mit 15 000 Euro haben sich der Schwalm-Eder-Kreis und mit 10 000 Euro die Annette-Hellwig-Stiftung an dem Projekt beteiligt. Die Gebühren für den Aufenthalt entsprechen denen der anderen gemeindlichen Kindergärten.

Geleitet wird die Tagesstätte im Katzbachwald von Manuela Klimpel. Ihr zur Seite steht Erzieherin Franziska Gerst, die Auszubildende Lorena Wolf und Francine Bögelsack, die hier ihr freiwilliges soziales Jahr absolviert. Eine weitere Betreuerin auf 25-Stundenbasis wird gesucht.

„Seit fünf Wochen sind wir jetzt in Betrieb und allmählich kehrt ein wenig Routine ein“, erklärte „Waldfuchsmanu“ Klimpel den Tagesablauf, den die Kinder oft selbst mitbestimmen dürfen. Ein paar Besonderheiten sind allerdings zu beachten. So darf der vorbeiführende Waldweg nur von dem Caterer, der das Mittagessen bringt und – damit im Notfall ein Auto vor Ort ist – von einer Betreuerin befahren werden. Die Kinder werden pünktlich um acht Uhr morgens auf dem Schwimmbadparkplatz in Empfang genommen und um 15 Uhr dort wieder an die Eltern übergeben. Jedes Kind bringt sein eigenes Essgeschirr mit und nimmt es zum Spülen auch wieder mit nach Hause, und für jedes Kind ist eine Hängematte zum Ausruhen zwischen den Bäumen in der Nähe aufgespannt.

Im Anschluss an den kurzen offiziellen Teil hatten die Gäste die Gelegenheit bei Kaffee und Kuchen oder Würstchen und einem erfrischenden Getränk das Areal in Augenschein zu nehmen (Bernd Löwenberger)

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