Ein überraschender Abschied

Oberaulas Parlamentsvorsitzender Dieter Groß legt seine Ämter nieder

Legte seine politischen Mandate nieder: Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Oberaula, Dieter Groß. Archiv-Foto: Löwenberger

Friedigerode. Oberaulas Parlamentsvorsitzender Dieter Groß legt seine Ämter nieder. 

Der Paukenschlag kam zum Schluss. Nach einer friedlichen Sitzung, in der noch nicht mal über den Haushalt 2018 oder das Haushaltssicherungskonzept diskutiert und die Beschlüsse weitgehend einstimmig gefasst wurden, teilte Dieter Groß, der Vorsitzende der Gemeindevertretung mit, dass er sowohl sein Amt als Vorsitzender als auch sein Mandat als Gemeindevertreter niederlegt. Er sei durch die Betreuung eines erkrankten Menschen zeitlich so stark eingebunden, dass er sein politisches Engagement nicht mehr so ausüben könne, wie er das wolle. „Ich bin in den vergangenen sieben Wochen an meine Grenzen gestoßen“, räumte Groß ein, betonte aber, er sei zwölf Jahre lang gerne Vorsitzender gewesen, wolle das Amt nun aber nicht halbherzig ausüben.

Die völlig überraschten Gemeindevertreterinnen und -vertreter ehrten ihn mit langhaltendem Beifall im Stehen und dankten ihm persönlich für sein Wirken für die Gemeinde.

Intensiv haben sich die Gemeindevertreter und die Ortsbeiräte in den vergangenen Monaten mit dem Ende Januar eingebrachten Haushaltsplan der Gemeinde Oberaula befasst (unsere Zeitung berichtete). Dabei wurden mehrere Positionen im Haushalt geändert, um an dem Entschuldungsprogramm des Landes Hessenkasse teilnehmen zu können. Ins Zahlenwerk eingearbeitet wurden auch die Senkung von Kreis- und Schulumlage, die der Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises erst am Montag beschlossen hatte. Die Ausgaben der Gemeinde verringern sich so um 80.500 Euro. Auch bei den Krediten und Zinsen wurde zurückgefahren, und zwar um 55.000 Euro. Damit ergibt sich eine Verbesserung des Jahresergebnisses um 124.015 Euro auf jetzt 147.013 Euro.

Die Kassenkredite wurden dagegen, wegen der Ablösung durch die Hessenkasse, von bisher 1,6 Millionen auf 2,8 Millionen Euro erhöht.

All das war im Vorfeld wohl bereits so ausführlich beraten worden, dass weder die CDU-Mehrheit noch die SPD-Opposition noch einmal Stellung beziehen wollte. Bei drei Enthaltungen wurde der Haushalt einstimmig beschlossen. Keine Diskussion, aber drei Nein-Stimmen und eine Enthaltung gab es für das Haushaltssicherungskonzept, das die Gemeinde aufstellen muss, obwohl sie mit ihrem Haushalt im Plus ist. Es gelte, die Defizite aus den vergangenen Jahren auszugleichen, erläuterte Bürgermeister Klaus Wagner. Gedreht wurde an den Stellschrauben Wasserver- und -entsorgung und Friedhofsgebühren. Auch durch private Trägerschaften für die Dorfgemeinschaftshäuser seien Einsparungen zu erwarten.

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