Oberaulaer beteiligt an Startup

Oberaula: Brühe ohne Schnickschnack

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Ihnen kommt nur frisches Gemüse in die Tüte: Dirk Manzinger (links) und Steffen Angersbach, gebürtig aus Oberaula, haben ein Unternehmen gegründet. 

Es ist eine der Gretchenfragen in der Küche – Brühe selber kochen oder doch zum Fertigprodukt greifen. Zugegeben, oft reicht die Zeit einfach nicht zum Gemüseschnippeln und dem Ansetzen.  

Steffen Angersbach und Dirk Manzinger sind Gründer des Food-Startup-Unternehmens Trocken Kasperl. Bei ihnen kommt nur das in die Tüte, was nach ihrer Meinung in eine Brühe gehört – frisches Gemüse, Kräuter und etwas Salz.

„Unsere Brühe kommt ohne jede Art von Zusatzstoffe aus. Wir verwenden keine Geschmacksverstärker, Rieselhilfen oder Trennmittel“, erklärt der 31-jährige Oberaulaer, der mittlerweile in München lebt und arbeitet. 

Im April sind die Jungunternehmer mit ihrer Idee gestartet. Entwickelt und produziert wird im Institut für Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Weihenstephan. „Wir wissen aus unserer Erfahrung als Köche, dass Zusatzstoffe nicht nötig sind und überwiegend verwendet werden, um die Produkte zu strecken und damit die Kosten zu minimieren. In eine handelsübliche Brühe kommt heute kein frisches Gemüse mehr, das ist zu teuer – allenfalls die Schalen“, erklärt Angersbach. Hergestellt werden „Broth to go“ und „Broth at home“ (englisch für Brühe) – so die Produktnamen – aus getrocknetem Gemüse.

Schonendes Verfahren für vollen Geschmack

Das Verfahren sei schonend, alle Nährstoffe und auch der Geschmack blieben erhalten. „In einem herkömmlichen Haushaltsbackofen bräuchte man dafür ungefähr 15 Stunden – und man müsste die Tür einen Spalt breit offenlassen, damit die Feuchtigkeit raus kann“, verdeutlicht der Koch, der zwei Jahre als Geselle im Hotel Zum Stern in Oberaula arbeitete. 

Verpackung aus Bioplastik und Holzspänen

Erhältlich ist die Brühe als Pulver in der Biokunststofftüte und zum Mitnehmen im vollständig kompostierbaren Becher aus Holzspänen. „Uns war wichtig, beim Mitnahme-Artikel auf Nachhaltigkeit zu achten“, sagt der Gründer. Besonders im Zuge von Lebensmittelunverträglichkeiten und -allergien sehen die Köche ihren Markt: „Die Nudeln in einer Variante der Brühe sind beispielsweise aus Kichererbsen, als glutenfrei“, erklärt Angersbach. Verkauft werden die Produkte der Trocken Kasperl in Hofläden rund um München und im eigenen Onlineshop.

Gründer haben Großes vor

Das im April dieses Jahres gegründete Unternehmen hat bis jetzt 3000 Euro Umsatz gemacht, ist aktuell noch Nebenerwerb. Doch die Gründer haben Großes vor – sie wollen es irgendwann in die Supermärkte schaffen. Nur ein einziges Unternehmen in Deutschland – die Firma Ankerkraut – produziere eine ebensolche Brühe ohne jede Art von Zusatzstoffen, sagt Angersbach.

Aktuell entwickeln die Köche neue Sorten, beispielsweise eine Minestrone, die einfach mit heißem Wasser übergossen und genossen werden kann, auch kalte Suppen sind in der Erprobung. Um sich zu vermarkten, nutzen Steffen Angersbach und Dirk Manzinger überwiegend die sozialen Medien wie Facebook und Instagram. „In München werden Plakate und Visitenkarten verteilt, ab kommender Woche ebenfalls in Oberaula bei der Bäckerei Gronowski“, berichtet der Oberaulaer. 

Außerdem nehmen die Gründer am Wettbewerb Nextlevel!2019 teil, einem Crowdfunding-Wettbewerb (englisch für Gruppenfinanzierung) teil und sucht über deren Internetplattform noch bis zum 28. Oktober Unterstützer. 

Das erste Fundingziel sind 5000 Euro, das zweite 10 000 Euro. Das Geld wollen die Gründer in eine kleine Abfüllanlage investieren, aktuell werden die Produkte noch von Hand abgefüllt.

Folgen soll die wichtige IFS-Zertifizierung, die im Einzelhandel Pflicht ist.

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