Müssen jeden Euro zweimal umdrehen

Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner stellte den Haushalt vor

Ibra. Am Montagabend brachte Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner auf der Gemeindevertretersitzung in Ibra den Haushalt für 2017 ein. Das Zahlenwerk verbindet Licht und Schatten. Nach wie vor muss die Knüllgemeinde vor jeder Ausgabe den Euro zweimal umdrehen.

Ergebnishaushalt

Erträgen in Höhe von 5 707 052 Euro im Ergebnishaushalt stehen 5 847 667 Euro an Aufwendungen gegenüber. Das Jahresdefizit konnte gegenüber dem Vorjahr auf 141 000 Euro gesenkt werden. Mit 1,58 Millionen Euro und 1,09 Millionen Euro sind sowohl Schlüsselzuweisung wie auch Einkommensteueranteil gestiegen. Bei den Gewerbesteuereinnahmen kalkuliere man nach dem dramatischen Einbruch im vergangenen Jahr wieder mit rund 530 000 Euro, so der Verwaltungschef.

Problematisch sei die erneute Steigerung von Kreis- und Schulumlage, sagte Wagner: Beide Umlagen schlagen für Oberaula mit insgesamt 1,65 Millionen Euro zu Buche. Dies seien 61 000 Euro mehr als die gesamten Schlüsselzuweisungen.

Freiwillige Leistungen

Für sogenannte freiwillige Leistungen sieht das Zahlenwerk rund 219 000 Euro vor. Darunter fällt beispielsweise die Gemeindebücherei mit 3150 Euro, die Jugendarbeit mit 19 200 Euro aber auch das Waldschwimmbad mit 104 800 Euro. Um das Haushaltsdefizit ausgleichen zu können, müsste man annähernd drei Viertel solcher Ausgaben streichen, erklärte der Bürgermeister. Um das Defizit im Ergebnishaushalt finanzieren zu können, plant die Knüllgemeinde mit Kassenkrediten in Höhe von 2,2 Millionen Euro. Dies sei sinnvoll, um unterjährige Investitionen bis zum Erhalt von Zuschüssen und Darlehen vorfinanzieren zu können.

Durch Sparmaßnamen und dank deutlich gestiegener Einnahmen konnte Oberaula laut Wagner eine erhebliche Ergebnisverbesserung um fast 340 000 Euro gegenüber dem Vorjahr erzielen.

Investitionen

Für das Haushaltsjahr 2017 hat die Gemeinde Oberaula 342 500 Euro Investitionsmittel eingeplant, 238 500 Euro müssen davon mit Krediten finanziert werden. Größere Einzelinvestitionen sind unter anderem die Ertüchtigung der Kläranlage Olberode mit 65 000 Euro, die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle mit 50 000 Euro und die Sanierung des Regenrücklaufbeckens in Oberaula mit 25 000 Euro. Kleinere Investitionsvorhaben summieren sich auf 56 000 Euro.

Schulden

Sollten alle Maßnahmen wie geplant umgesetzt werden, wird Oberaulas Schuldenstand zum Jahresende rund 10,9 Millionen Euro betragen. Damit habe man zum dritten Mal in Folge den Gesamtschuldenstand reduzieren können, diesmal um knapp 109 000 Euro, freute sich Wagner: „Aber wir werden uns nicht kaputt sparen.“ (zmh)

Rubriklistenbild: © Seeger

Kommentare