Zwei Lustspiele an einem Abend

Von Millionären und Senioren: Theater in Friedigerode

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Heiteres Durcheinander: Das Lustspiel „Millionäre und arme Schlucker“ war eines von zwei Stücken. Bei der Premiere der Freiererer Olwetts kepp im Dorfgemeinschaftshaus sorgten Kerstin Ide-Gümpel, Torsten Wickel, Heidi Mehlstäubl, Sonja Euling, Dirk Mehlstäubl und Lutz Bernhardt (von links) für jede Menge lustige Verwirrung. 

Mit zwei etwa eine Stunde währenden Lustspielen treten die Freiererer Olwettskepp traditionell alle zwei Jahre an ihren Theaterabenden an. Auch diesmal gab es viel zu lachen.

Premiere feierten die beiden Lustspiele am Freitagabend im ausverkauften DGH.

Und weil die Theatermacher nicht nur die Texte in ihr spezielles Platt übersetzen, sondern auch die Handlung in ihr Dörfchen am Rande der Schwalm verlegen, waren die Aufführungen an Lokalkolorit kaum zu überbieten.

In dem Lustspiel in zwei Akten „Millionäre und arme Schlucker“ von Claudia Gysel erkennt Lilli Ehrmann (Sonja Euling) in ihrem Café zufällig ihre alte Schulkameradin Marianne Ziereisen (Heidi Mehlstäubl), die sich auf dem Eisenberg eine zweite Existenz aufbauen möchte. Ebenso zufällig taucht die verhasste ehemalige Klassenkameradin Dagmar Hochstrasser, verheiratete Kiefermeier (Kerstin Ide-Gümpel) auf, die sich aber als Millionärin Dagmar von Stetten ausgibt und hier mit dem Millionär Gerhard Siebental (Dirk Mehlstäubl) ein Blinde-Date hat.

Dann ist da noch der von Lilli wohlgelittene Sonderling und Einsiedler Freddy Glattmeier (Torsten Wickel), der lautstark polternd nicht so recht weiß, welche der beiden Damen er anmachen, welche er verhöhnen soll und von dem man nur weiß, dass er seit Jahren im Wald haust. Als Lilli versucht, der Klassenkameradin das Millionärsdate zu vermasseln, kommt noch der dem Alkohol nicht abgeneigte Waldarbeiter Franz Gutknecht (Lutz Bernhardt) ins Spiel.

Ein kaum mehr durchschaubares, Lachkräfte zehrendes Verwirrspiel nimmt seinen Lauf und erst am Ende erfahren die begeisterten Besucher, wer Millionär und wer armer Schlucker ist.

„Zoff im Seniorenheim“ heißt das zweite Lustspiel in einem Akt, ebenfalls von Claudia Gysel, bei dem im gemütlichen Seniorenheim „Glücklicher Feierabend“ turbulente Zustände herrschen, seit zwei neue Heimbewohner eingezogen sind. Der lautstark schimpfende, ständig meckernde und mit seinem Gehstock beängstigend umher fuchtelnde Ignaz Fürchtegott (Ewald Manz) ist fest davon überzeugt, dass man ihm seine goldene Uhr und seine goldene Anstecknadel geklaut hat. Außerdem glaubt er, dass man ihm ans Leben will und allerlei Gifte in Kaffee und Essen versteckt sind. Recht gibt ihm Alma Kramer (Marlis Manz), aber die gibt eigentlich immer allen Recht. Lina Krähenbühl (Sandra Pfeffer) bringt die Bewohner mit ihrem komplizierten Gerede über andere Leute und deren Verwandtschaft total zur Verzweiflung, Dorothea Ochsner (Corinna Wickel) betont immer wieder ihre vornehme Herkunft und dass sie eigentlich nicht in dieses normale Seniorenheim passt, was die anderen Mitbewohner nur bestätigen können. So hat Pflegerin Maria Müller (Jasmin Heußner) alle Hände voll zu tun mit ihren Heimbewohnern. Als diese den neuen Fußpfleger und ehemaligen Hundefriseur Andreas Keller (Bernd Angersbach) für einen ehemaligen Arzt und neuen, viel zu jungen Mitbewohner halten, wird auch hier der Angriff auf die Lachmuskeln noch einmal verstärkt.

Am Ende gab es reichlich Applaus für die mit viel Witz, Spielfreude und Engagement agierenden Protagonisten. Danach hatten Besucher und Schauspieler noch die Möglichkeit, im angrenzenden Gastraum gemeinsam auf den Erfolg anzustoßen. (lö)

Theatergruppe Freiererer Olwettskepp: Fotos vom Premierenabend

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