Oberaulaerin engagiert sich als ehrenamtliche Nachhilfelehrerin

Karin Peter will Kindern eine Chance geben

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Entwickelt eigene Lernmethoden: Karin Peter bereitet sich intensiv auf die Arbeit mit den Kindern vor. Foto: Lerch

Oberaula. Karin Peter hilft und engagiert sich gerne. Besonders setzt sie sich dabei für Kinder ein. Seit zehn Jahren ist sie als ehrenamtliche Nachhilfelehrerin in Oberaula tätig.

Die Oberaulaerin wurde 1955 geboren und zog nach dem Abitur mit ihrem Mann nach Hannover. Sie machte dort eine Ausbildung zur Gehilfin für wirtschafts- und steuerberatende Berufe. Aus beruflichen Gründen des Mannes zog das Ehepaar 1982 zurück in die Heimat. In Oberaula arbeitete Karin Peter zunächst in einem Steuerbüro, bis sich ihr Mann 1992 mit einem Vermessungsbüro selbstständig machte. Sie übernahm dort die Büroarbeit. Vor drei Jahren wurde das Büro aus Altersgründen geschlossen.

Ehrenämter hat Karin Peter schon immer betreut. Sie war im Elternbeirat im Kindergarten und in der Grundschule, ist im Ortsbeirat tätig und engagiert sich seit vier Jahren im Vorstand des Waldschwimmbades Oberaula.

Besonders liegt ihr die Bildung der Kinder am Herzen. In der Grundschule am Katzbachtal in Oberaula hilft sie aus, wenn ein Lehrer krank ist. Diese Tätigkeit im Rahmen der „verlässlichen Grundschule“ wird vom staatlichen Schulamt gefördert. Karin Peters Aufgabe ist es, die Kinder zu beaufsichtigen. Mit von Lehrern gestellten Unterlagen kümmert sie sich aber nicht nur um die Betreuung, sondern macht richtigen Unterricht mit den Schülern.

Lernen bringt Fortschritt

Dadurch hat Karin Peter erfahren, welche Kinder Schwächen in der Schule haben. Ehrenamtlich hilft sie ihnen, diese Defizite aufzuarbeiten. Dazu übt sie mit den Schülern nach dem Unterricht lesen, schreiben und rechnen. Die sprachliche Entwicklung ist ihr dabei besonders wichtig. „Ich will den Kindern beweisen, dass Lernen Fortschritte bringt“, erzählt sie. Sie betreut Kinder, deren Eltern aus verschiedenen Gründen keine entsprechende Unterstützung leisten können. „Ich will den Kindern eine Chance geben“, begründet sie ihr Engagement.

Eigene Unterrichtsmethoden

Die Arbeit mit den Kindern ist mit einem großen Zeitaufwand verbunden. Schließlich ist Karin Peter keine ausgebildete Pädagogin und muss sich ihre Lehrmethoden selbst aneignen. „In meinem Haus stehen verschiedene Taschen.“, erzählt sie und wühlt in einer davon. „In jeder sind die Materialen für eine andere Jahrgangsstufe“. Karin Peter breitet ein memory-ähnliches Spiel aus, welches sie selbst gebastelt hat. Damit lernt sie aktuell mit einer Drittklässlerin das Einmaleins. Das Kind muss die verschiedenen Ergebnisse der Rechenaufgaben des Einmaleins an die richtige Stelle sortieren. Dazu gibt Karin Peter verschiedene Eselsbrücken, die der Schülerin helfen, sich die Ergebnisse leichter zu merken.

Freut sich mit den Kindern

In einem Diktat und einer Mathearbeit habe sich das betreffende Mädchen von den Noten vier und fünf auf eine Zwei gesteigert. Zur Belohnung gab es einen Ausflug in die Eisdiele, denn Karin Peter freut sich mit den Kindern: „Ich sage dann ‘Yeah!’ oder stecke mit ihnen eine Wunderkerze an.“, erzählt die 67-jährige.

Um den Nachhilfekindern ihren Lernfortschritt zu zeigen, nimmt Karin Peter zum Beispiel den gelesen Text auf dem Handy auf und spricht mit den Schülern gemeinsam darüber. Auch mit den Eltern steht sie im ständigen Kontakt und hält sie über den Fortschritt des Kindes auf dem Laufenden, denn auch Zuhause soll weiter geübt werden.

Karin Peter will die Kinder auf die Zeit nach ihrer Hilfe vorbereiten, denn in der Grundschule werden jetzt die Bausteine für die Zukunft gelegt.

Von Patrizia Lerch

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