Eine monumentale Steinzeitaxt soll in Hausen entstehen

+
Der zweite Vorsitzende der Steinzeitfreunde Hausen, Heinrich Berg, nahm schon mal Maß an dem Findling von der Fundstelle Am Birkert. Der etwa 500 000 Jahre alte Quarzit könnte zur größten Steinzeitaxt d er Welt werden.

Hausen – Großes, im wahrsten Sinne des Wortes, planen derzeit die Steinzeitfreunde Hausen.

Die Idee mit einer übergroßen Axt aus Quarzit an die Frühgeschichte der Region zu erinnern, grassiert schon seit langer Zeit unter den Hobby-Steinzeitforschern, die sich anlässlich des 850. Dorfgeburtstags in Hausen im Jahr 2010 zusammengefunden und in 2013 den Verein Steinzeitfreunde Hausen gegründet hatten.

Vor mehr als 500 000 Jahren bereits kamen Menschen auf den Birket (richtig wäre eigentlich Birkert) um sich hier mit Quarzit zu versorgen und auf so genannten Abschlagplätzen Werkzeuge herzustellen.

Erstmals in 1940 fand der Ziegenhainer Lehrer Adolf Luttrop auf dem Gelände zwischen Hausen und Oberaula Artefakte wie Blattspitzen, Schaber oder Faustkeile, die aus der älteren Altsteinzeit – 600 000 bis 300 000 Jahre v. Chr. – stammten.

Später nahm sich die Universität Marburg des Geländes an und etliche Fundstücke sind heute wesentliche Bestandteile der steinzeitlichen Sammlung des Hessischen Landesmuseums in Kassel. So fand der Quarzit-Abschlagplatz in Hausen einen hervorgehobenen Platz in der Vorgeschichte Hessens. Um so unverständlicher, dass die Fundstätte mit dem Bau des Höny-Hofs im Jahr 2000 unwiederbringlich für jegliche weitere Untersuchungen zerstört wurde.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Tatsache, dass es in Hausen selbst fast keine Fundstücke gibt, beschlossen die zwölf „Steinzeitler“ in ihrer Jahreshauptversammlung im März dieses Jahres das Projekt „Monument Steinzeitaxt“ nunmehr endlich anzugehen und damit an die Steinzeitgeschichte des Ortes zu erinnern.

Einen entsprechenden Findling von der Fundstelle Birkert hat man bereits ausgewählt. Der hat von Natur aus – mit einiger Fantasie –schon die Trapezform einer Axt. Natürlich muss der Stein noch bearbeitet werden und danach könnte die Schneide etwa 1,20 Meter breit sein. Von einem noch anzufertigendem Stiel weiß man bisher nur, dass der etwa fünf bis sechs Meter lang sein müsste.

„Derzeit ist uns nicht bekannt, ob es irgendwo auf der Erde eine vergleichbare oder größere Steinzeitaxt gibt“, sagt der Vereinsvorsitzende, Uwe Bickert. „So könnte die größte Steinzeitaxt der Welt vielleicht schon bald bei uns in Hausen stehen.“

Derzeit ist allerdings noch kein genauer Standort für das Monument ausgewählt und auch bezüglich Finanzierung, Förderung und Sponsoring sind noch einige Fragen offen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare