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Eine Eiche voller Autoreifen: Unrat in altem Baum entsorgt

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Von: Sandra Rose

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In einer alten Eiche nahe dem Waldschwimmbad Oberaula haben Unbekannte ihren Müll entsorgt. Leserin Christa Kolb dachte zuerst, der Baum sei die Borgmann-Eiche – die steht allerdings etwas entfernt.
In einer alten Eiche nahe dem Waldschwimmbad Oberaula haben Unbekannte ihren Müll entsorgt. Leserin Christa Kolb dachte zuerst, der Baum sei die Borgmann-Eiche – die steht allerdings etwas entfernt. © Christa Kolb

Alte Autoreifen und anderen Unrat haben Unbekannte in einem uralten und inzwischen hohlen Baum bei Oberaula entsorgt.

Oberaula – Eine äußerst unschöne Entdeckung machte am Samstag Zeitungsleserin Christa Kolb bei ihrer Runde durch den Wald bei Oberaula: In einer Eiche oberhalb des Waldschwimmbades fand sie in dem uralten und mittlerweile hohlen Baum alte Autoreifen und anderen Unrat. Unbekannte hatten sich dort ihres Mülls entledigt – vermutlich hielten sie die uneinsehbare Stelle für eine perfekte Halde.

Die Oberaulaerin kann darüber nur den Kopf schütteln und ist entsetzt: „Ich verstecke in dem Baum ab und zu eine kleine Süßigkeit, wenn ich mit den Enkelkindern spazieren gehe, und finde es ungeheuerlich, dass sich jemand an so einem alten Baum vergreift und ihn zumüllt“, sagt Kolb. Zumal, und das war ihr erster Gedanke, es sich um ein Kulturdenkmal, nämlich die in diesem Waldstück zu findende Borgmann-Eiche handeln könnte.

In einer alten Eiche nahe dem Waldschwimmbad Oberaula haben Unbekannte ihren Müll entsorgt. Leserin Christa Kolb dachte zuerst, der Baum sei die Borgmann-Eiche – die steht allerdings etwas entfernt.
In einer alten Eiche nahe dem Waldschwimmbad Oberaula haben Unbekannte ihren Müll entsorgt. Leserin Christa Kolb dachte zuerst, der Baum sei die Borgmann-Eiche – die steht allerdings etwas entfernt. © Christa Kolb

Doch die besagte Borgmann-Eiche – benannt nach dem Forstmeister Hugo Borgmann (siehe Hintergrund) – liegt tatsächlich etwas weiter oberhalb in der Katzbach. Die Eiche, in der der Müll verklappt wurde, trägt lediglich ein Hinweisschild und zeigt Wanderern den Weg in Richtung Borgmann-Eiche, berichtet Harald Heynmöller, der sich in der Gemeinde Oberaula um das Kulturdenkmal kümmert und einiges zu berichten weiß. So wurde die Borgmann-Eiche 1952 mit einem Gedenkstein am Fuße eingeweiht. In einer Sammlung von Rainer Lippert zu monumentalen Eichen in Deutschland findet auch die Borgmann-Eiche Erwähnung: Ein Kilometer südwestlich von Oberaula direkt an einem Feldweg stehend erhebt sich die nach Expertenschätzungen etwa 300 Jahre alte Stieleiche mit einer Höhe von etwa zwölf Metern, auch der Kronendurchmesser soll bei zwölf Metern liegen – zuletzt gemessen im Jahr 2020. Auch dieser Stamm ist komplett hohl, aber bis auf zwei kleine Öffnungen zum Boden hin geschlossen. Lippert beschreibt den Zustand der Eiche als nicht besonders gut, aber sie sei noch vital.

Wer den Müll in der alten Eiche nun eigentlich entsorgt, richtet sich nach dem Grund, auf dem der Baum steht. Sollte er im Stadtwald stehen, sei die Gemeinde zuständig, andernfalls Hessenforst, heißt es aus dem Rathaus. Christa Kolb hält die Augen weiterhin offen: „Müll, den ich im Wald finde, muss ich einfach mitnehmen.“

Borgmann war Förderer des Knülls 

Die Borgmann-Eiche ist benannt nach dem Gründer des Knüllgebirgsvereins, dem königlichen Forstmeister Hugo Borgmann. Nach ihm ist auch der Turm auf dem Eisenberg benannt, auch soll er der Namensgeber des Borgmannweges von Schlitz nach Rotenburg/Fulda sein. Borgmanns Anliegen damals war zuerst, Wirtschaft und Tourismus im Knüllgebirge direkt und in der Region zu fördern. Auch war er großer Verfechter des Wandergedankens. (Sandra Rose)

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