Echte Klassiker zum Kaffee

Dorfcafé Zucker und Zimt lockt nach Ibra

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Genießen Selbstgebackenes und gute Gespräche: von links Emma Richardt-Stock, Anne Klippert, Gerd Klippert und Justus Richardt-Stock. 

Martina Richardt verwirklichte sich mit dem kleinen Café Zucker und Zimt in Ibra einen lang gehegten Lebenstraum.

Backen ist aus Teig geformte Liebe – so steht es am Eingang des kleinen Dorfcafés in Ibra, das mit selbst gebackenen Torten seine Kundschaft verwöhnt.„Das Café ist unser Hobby. Es bereitet uns unglaublich viel Freude“, so Martina und Günter Richardt, die im Alltag in einer Zahnarztpraxis und als Maschinist in einer Baufirma arbeiten.

Die Idee für das Café entstand im Urlaub an der See. Martina Richardt hatte sich in die kleinen Dorfcafés, die beispielsweise auf der Insel Föhr so zahlreich zu finden sind, verliebt und träumte fortan von einem eigenen Café. Der leerstehende Gebäudeteil des Elternhauses bot sich für das Projekt an und so wurde die Statik geprüft und der Behördenmarathon nahm seinen Lauf. „Wir müssen als kleines Café, das nur zweimal im Monat öffnet, die gleichen Auflagen erfüllen, wie ein Großes. Da gibt es keine Ausnahmen“, so Richardt.

Das alte Familienanwesen wurde entrümpelt und Stück für Stück liebevoll hergerichtet. „Der Flair des Historischen sollte erhalten bleiben“, so die 52-Jährige, die einen Faible für aufwendige Dekorationen mit alten Dingen hat. Ganz gleich, ob altes Porzellan, historische Backformen, alte Fensterteile, Küchengerätschaften oder ein alter Holzherd – bei Martina Richardt, wird alles Antike gekonnt in Szene gesetzt.

Erfüllte sich mit dem Café einen Herzenswunsch: Inhaberin Martina Richardt.

Eine Besonderheit sind auch ihre Liebe zu Spruchbotschaften, die sie in ihren arrangierten Dekoensembles in Haus und Garten liebevoll einbaut. „Das Herz eines schönen Cafés sind seine wiederkehrenden Gäste“, heißt es auf einer Tafel im Eingang. „Hier trifft man immer nette Leute. Man kann sich an einen Tisch dazugesellen und findet immer nette Gesprächspartner“, findet Matthias Probst, der gerne seinen Sonntagnachmittag mit einem Kaffee genießt. Auch Rosel Hofmann kehrt immer wieder gerne im Café ein, war sie doch auch schon Gast der ersten Stunde. Auch Maximilian Wigger, Schauspieler der Hersfelder Festspiele, ist regelmäßiger Gast des Dorfcafés.

Die Dorfbevölkerung hätte dem Projekt zu Beginn sehr skeptisch gegenüber gestanden, würde sich ein Café bei nur 114 Einwohnern doch nicht lohnen. Martina Richardts Angebot aber hatte sofort seine Liebhaber, die auch weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen, sodass nach vier Wochen schon ein zweiter Caféraum hinzugenommen werden musste. „Eine Spülmaschine musste auch unbedingt her“, schmunzelt Ehemann Günter, der es leid war, im Akkord für Porzellannachschub zu sorgen. „In unserem Café müssen schon Torten auf den Teller. Mit Blechkuchen lockt man hier keinen“, so Martina Richardt, die viele Rezepte aus Omas Rezeptbuch, die ebenfalls eine leidenschaftliche Hobbybäckerin war, übernommen hat. „Biskuit muss einfach 15 Minuten gerührt werden“, verrät Richardt.

Zu modern und ausgefallen dürften ihre Torten nicht sein, denn die Kundschaft liebe einfach das Klassische. Neben den beiden Gasträumen im Inneren bietet die Terrasse im Garten lauschige Sitzgelegenheiten. Im September feiert Zucker und Zimt sein fünfjähriges Bestehen. Das Café öffnet an jedem ersten und dritten Wochenende im Monat.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

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