Amtsinhaber als einziger Kandidat

Bürgermeisterwahl in Oberaula: Klaus Wagner (CDU) mit 62 Prozent im Amt bestätigt - Bittere Stimmeneinbußen

Klaus Wagner (CDU), Bürgermeister, 58 Jahre
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Ist als einziger Kandidat angetreten: Christdemokrat Klaus Wagner ist seit 2010 Bürgermeister in Oberaula.

Klaus Wagner (CDU) bleibt Bürgermeister in Oberaula. Der Amtsinhaber ist als einziger Kandidat angetreten und erhielt 62 Prozent Ja-Stimmen.

Aktualisiert am 27. September 2021, 19 Uhr: Bürgermeister Klaus Wagner startet in seine dritte Amtszeit – und die begann am späten Sonntagabend mit einem ziemlichen Wahldebakel: Der Amtsinhaber kam gerade einmal auf 61,82 Prozent der Stimmen, 38,18 Prozent der Oberaulaer stimmten gegen den Olberöder, der seit 2010 im Sessel des Rathauses sitzt. Besonders bitter dürfte das Ergebnis im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren schmecken – damals stand seine zweite Amtszeit mit 75,50 Prozent an Ja-Stimmen auf einem deutlich stabileren Fundament.

Dass der Wahlabend lang werden würde, darauf hatte man sich auch in Oberaula eingestellt – jedoch war Klaus Wagner selbst zu späterer Stunde nicht für die Presse zu sprechen. Auch auf der angekündigten Wahlkampfparty im Hotel „Zum Stern“ tauchte der 59-Jährige nicht auf. Seine Abwesenheit entschuldigte Wagner gestern mit der „chaotischen und abenteuerlichen“ Auszählung der Briefwahl.

Seine Mitarbeiter hätten finale Ergebnisse zuletzt um 2.50 Uhr ins System gestellt. Zum Wahlergebnis sagte der Amtsinhaber: „Ich bin wiedergewählt – natürlich hätte ich mir eine breitere Zustimmung gewünscht, aber ich glaube, mit jedem Amtsjahr mehr tritt man mehr Menschen auf die Füße.“ Sicher habe auch er versucht, Ursachen für das Ergebnis zu finden. Besonders bitter sei das Abschneiden im Heimatort Olberode – mit 50,86 Prozent fuhr Wagner dort von allen Ortsteilen das schlechteste Ergebnis ein.

Ein kontroverses Thema sei der Neubau des Feurwehrstützpunktes in Oberaula. Bei der Fusion der Wehren bleibt Olberode wunschgemäß außen vorn und somit eigenständig. Im Ort werde aber behauptet, dass er als Bürgermeister die Menschen bezüglich der Zuschüsse belüge: „Das hat mich eine Menge Stimmen gekostet.“ Ursächlich für das Ergebnis sei wohl auch die Tatsache, dass er ein Kandidat der CDU sei – „das war nicht von Vorteil, wir hatten im Bund einfach den falschen Kandidaten“.

Die größte Zustimmung konnte Wagner mit 65,64 Prozent übrigens im Kernort für sich verbuchen. Nichtsdestotrotz sieht Wagner die Gemeinde auf einem guten Kurs: „Wir haben viel angestoßen, bald sind Ergebnisse zu sehen.“

Aktualisiert am 26. September 2021, 23.18 Uhr: Wagner lenkt seit 2010 die Geschicke der Gemeinde Oberaula - und wird das auch weiterhin tun. Am Wahlabend am Sonntag war zunächst die Bundestagswahl ausgezählt worden, dann die Stimmen für den Rathauschef. Zuletzt hatte noch das Ergebnis des Votums der Briefwähler gefehlt. Die Wahlbeteiligung lag nach Eingang aller Schnellmeldungen aus den Wahllokalen bei 67,3 Prozent - 1801 Wählerinnen und Wähler haben danach ihre Stimme abgegeben. 38 Prozent von ihnen stimmten gegen den alten und neuen Bürgermeister.

Bei den Abstimmungen im Wahllokal (ohne Briefwahl) fiel die Zustimmung für Wagner besonders in Olberode (50,86 Prozent Ja-Stimmen) und im kleinsten Wahllokal in Ibra (54,39 Prozent) verhalten aus. Die meisten Unterstützer sammelte der 59-Jährige in Oberaula selbst (65,64 Prozent).

+++ 21.45 Uhr: In Oberaula sind sechs Wahlbezirke ausgezählt, jetzt wird auf das Ergebnis der Briefwahl gewartet. Der Amtsinhaber erreicht bisher 61,31 Prozent Ja-Stimmen.

+++ 18:09 Uhr Die Wahllokale haben geschlossen. Mit dem Ergebnis der Bürgermeisterwahl ist erst im Laufe des Abends zu rechnen. Zunächst wird die Bundestagswahl ausgezählt.

Klaus Wagner (59) tritt als einziger Kandidat bei der heutigen Wahl an. Damit würde dann die Zeit im Rathaus tatsächlich als die beständigste Zeit in seine Vita eingehen.

Nach dem Abitur ging er zur Bundeswehr, als Soldat war in Rotenburg zuletzt als Kompaniechef eingesetzt. Als Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Elektrotechnik stieg er dann einige Jahre in den elterlichen Betrieb ein, bevor er für neun Jahre Kreisgeschäftsführer der CDU wurde. Schließlich wechselte Wagner ins Bildungszentrum nach Lauterbach – als Produkt- und Personalentwickler. Als damaliger Fraktionsvorsitzender wurde er von seiner Fraktion ermutigt, sich zur Wahl zu stellen. Er gewann gegen Holger Hehr (SPD). Weitere Gegenkandidaten gab es später nicht mehr.

Wagner ist verheiratet und lebt mit Frau und Hund in Olberode. (Sandra Rose, Matthias Haaß)

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