Laster verlor 800 Liter Biodiesel – A4 seit 16 Stunden wegen Reinigungsarbeiten gesperrt

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Kirchheim. Biodiesel frisst Asphalt: 800 Liter liefen nach einem LKW-Unfall auf der Kirchheimer Autobahnbrücke aus.

Mit einer mobilen Wasch- und Kehrmaschine versucht derzeit der Kirchheimer Abschleppdienst Hess den Fahrbahnbelag der Brücke über die A7 am Kirchheimer Dreieck zu retten.

Die Autobahn ist vor Kirchheim seit gestern Nachmittag unpassierbar, nachdem sich dort 800 Liter Biodiesel über die Fahrbahn der A4 Kirchheim Bad Hersfeld ergossen. „Das Zeug ist aggressiv und klebt“, sagte ein Polizeibeamter.

Die Feuerwehr Bad Hersfeld, die zunächst zum Umwelteinsatz ausgerückt war, wurde mit dem üblichen Bindemitteleinsatz nicht Herr der Lage. Autobahnpolizei und Autobahnmeisterei forderten daraufhin das Spezialgerät der Firma Hess an.

Der Biodiesel ist hoch destilliertes Rapsöl und löst die Oberfläche der erst vor ein paar Jahren neu gebauten Autobahn-Tangente ab. Die Autobahnmeisterei hat einen Gutachter angefordert, der klären soll, ob die Fahrbahndecke abgefräst und neu asphaltiert werden muss.

Die A4 ist nur noch in Richtung Kassel durchgängig passierbar.

Erste Bilder von der Einsatzstelle

Ausgelaufenes Biodiesel – A4 seit Stunden wegen Reinigungsarbeiten gesperrt

Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Bad Hersfeld nach Süden wollen, müssen auf die B 62 oder die B 27 ausweichen. Wer auf der Autobahn bleiben will, muss bei seiner Fahrt nach Süden bis Homberg/Efze durchfahren. Nach Auskunft der Autobahnpolizei steht die Anschlussstelle Aua nicht für Wendemanöver zur Verfügung. (red)

Im Folgenden dei Pressemitteilung der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld vom 04.07, 20:45 Uhr:

LKW-Panne mit Folgen:

Kirchheim - Heute gegen 16:00 Uhr, schaffte es ein 33-jähriger LKW-Fahrer aus Tschechien gerade noch, seinen Lastzug auf den Seitenstreifen zu lenken, als ihm die Kardanwelle seines LKW abgerissen war. Die Fahrzeugkombination war an der BAB A4, am Kirchheimer Dreieck, in Fahrtrichtung Westen, unmittelbar hinter dem Abzweig zur BAB A7, in Fahrtrichtung Norden, auf der Brücke über die A7 zum Stehen gekommen. Vermutlich durch den Bruch der Kardanwelle, war auch die Kraftstoffleitung des Vierzigtonners aufgerissen worden und der gesamte Tankinhalt von 500 - 800 Litern Biodiesel, hatte sich auf einer Länge von ca. 200 - 300 m, über beide Fahrstreifen der abschüssigen Fahrbahn verteilt.

Auf der nunmehr sehr glatten Fahrbahn waren in der weiteren Folge mindestens 03 PKW ins Schlingern geraten und in die dortigen Leitplanken geprallt. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Zahlreiche Fahrzeuge waren durch den auf der Fahrbahn befindlichen Kraftstoff erheblich verschmutzt worden.

Die Autobahn A4 wurde im genannten Bereich sofort nach Eintreffen der ersten Polizeistreife in Richtung Süden voll gesperrt. Für die A4 zwischen Bad Hersfeld und Kirchheim, wurde neben der Meldung über die Vollsperrung, auch eine Umleitungsempfehlung ab der AS Bad Hersfeld, über die B 62 in Richtung Kirchheim, im Rundfunk gesendet. Die Fahrzeuge im Stau konnten am Kirchheimer Dreieck unmittelbar an der Schadenstelle vorbei, auf die BAB A7 in Richtung Anschlussstelle Bad Hersfeld / West abgeleitet werden. Hier kam es im Bereich der Anschlussstelle durch die wendenden Fahrzeuge allerdings zu erheblichen Behinderungen und auch zu leichteren Folgeunfällen.

Der an der Schadenstelle ausgetretene Biodiesel-Kraftstoff konnte durch die vor Ort befindliche Feuerwehr Bad Hersfeld nicht abgebunden und aufgenommen werden. Für die Aufnahme dieses Stoffes wurde Spezialgerät benötigt.

Ein Unternehmen aus Bad Hersfeld ist derzeit damit beschäftigt, mit einer Spezialmaschine die Fahrbahn zu reinigen. Die Reinigungs- und Bergungsarbeiten werden sich nach Auskunft der Autobahnmeisterei Kirchheim noch bis ca. 22:30 Uhr hinziehen.

Ob und ggf. in welchem Umfang die ausgelaufenen Betriebstoffe ins Erdreich oder in die Kanalisation gelangt sind, steht derzeit nicht abschleißend fest, ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde war ebenfalls an der Schadensstelle im Einsatz.

Die Schadenshöhen an den in der Folge verunfallten PKW können im Moment mit etwa 25.000,- € beziffert werden, der Schaden an den Verkehrsleiteinrichtungen dürfte ca. 5.000,- € betragen. Nicht abzuschätzen sind zum jetzigen Zeitpunkt die Kosten für die Reinigung der Fahrbahn, die Bergungskosten und die Kosten für die Absperrung. Der Sachschaden am havarierten LKW dürfte ca. 5.000,- € betragen. Nach ersten Erkenntnissen dürften Wartungsmängel im vorliegenden Fall nicht ursächlich zur Beschädigung des Pannen-LKW beigetragen haben. Es dürfte sich um einen sog. Streckenschaden handeln, der unterwegs eingetreten ist und nicht vorhersehbar war.

Verkehrsteilnehmer, deren Fahrzeuge durch die ausgelaufenen Betriebsstoffe verunreinigt oder beschädigt wurden, haben die Möglichkeit, sich bei der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld unter der Tel.-Nr.: 06621-5088-0 zu melden, oder auch persönlich vorzusprechen. (Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld)

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