Investieren in Spielplätze

Kirchheim will Geld aus der Hessenkasse nutzen und familienfreundlicher werden

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Dringend erneuerungsbedürftig: Der Spielplatz im Natur- und Freizeitpark in Kirchheim wird von Brennnesseln und anderem Grün überwuchert. Das Piratenschiff (links) wird gerade saniert.

Gershausen. Ein Teil des Geldes, das die Gemeinde Kirchheim im nächsten Jahr aus dem Programm Hessenkasse des Landes erwartet – insgesamt 820 000 Euro – soll dazu verwendet werden, um die Spielplätze in der Gemeinde Kirchheim zu erneuern beziehungsweise neue Spielplätze zu schaffen.

Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD-Fraktion in der Sitzung der Gemeindevertretung, die im Dorfgemeinschaftshaus von Gershausen tagte, gestellt.

Eine Studie, die in der vergangenen Sitzung vorgestellt worden war, habe festgestellt, dass das Vorhandensein und die adäquate Ausstattung von öffentlichen Spielplätzen bei den Bürgern einen hohen Stellenwert habe, erklärte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Oliver Kurz.

Der Antrag der SPD sieht vor, dass insgesamt 230 000 Euro aus der Hessenkasse dazu genutzt werden sollen, das Spielplatzangebot am Taubenweg und auf dem Gelände des Naturerlebnisparks zu verbessern. In Willingshain und Reckerode sollen neue Spielplätze eingerichtet, der Platz in Gershausen ertüchtigt werden. An der Planung und Gestaltung sollen die Ortsbeiräte, Kinder und Eltern beteiligt werden. Einen weiteren Investitionszuschuss in Höhe von bis zu 20 000 Euro will die SPD dazu nutzen, Spiel- und Sportgeräte für Senioren auf dem Gelände des Naturerlebnisparks zu errichten. Der werde besonders gut frequentiert, da könne man sehen, ob diese sehr teuren Geräte auch angenommen würden, erläuterte Kurz.

Um die Umsetzung sollen sich, so der SPD-Antrag, die Gemeindewerke kümmern. Das war das Stichwort für Wolfgang Curth, den Fraktionsvorsitzenden der CDU, der seit Jahren immer wieder darüber klagt, dass in Kirchheim alle wesentlichen Projekte über die Gemeindewerke abgewickelt würden und deshalb dem Zugriff und der Mitwirkung der gewählten Gemeindevertretung entzogen seien.

Diese Bedenken berücksichtigte die SPD-Fraktion durch einen Zusatz in ihrem Antrag: Die erstellten Konzepte zur Verbesserung des Spielplatzangebotes seien jeweils der Gemeindevertretung vorzustellen.

Das ging jedoch der CDU-Fraktion nicht weit genug. Man sei ja eigentlich nah beieinander, meinte Wolfgang Curth und regte einen gemeinsamen Antrag an. Sein Ergänzungsantrag sah vor, Auftragsvergaben für Planungen und Beschaffungen sowie die Folgekosten durch Personal, Wartung und Reparaturen in die Gemeindevertretung einzubringen.

Bürgermeister Manfred Koch (SPD) wies darauf hin, dass sich das Verfahren mit Beteiligung von Ortsbeirat, Bürgern und Kindern bewährt habe, dass es länger dauere, wenn die Gemeindevertretung beteiligt werden müsse und dass Verzögerungen auch höhere Preise zur Folge haben könnten.

In der anschließenden längeren Diskussion, in der auch ältere Themen ausführlich Raum erhielten, verhärteten die Fronten sich so sehr, dass Oliver Kurz mitteilte, einen gemeinsamen Antrag werde es nicht geben. Die SPD-Mehrheit lehnte schließlich den Ergänzungsantrag der CDU ab. Der Antrag der SPD wurde einstimmig, bei fünf Enthaltungen aus der CDU-Fraktion angenommen.

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