Trockenübungen im Wasser

Wasserskifahrer bereiten sich in Kirchheim auf Show-WM vor

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Nancy Hirschfeld (rechts) und Dieter Rausch (links) leiten das Wasserski-Show-Team-Germany bei seiner WM-Vorbereitung im Kirchheimer Seeblick. Vorne links im Wasser Organisator Karsten Fahlbusch.

Kirchheim. Wasserskifahren und Hallenbad, das will ja nun erst einmal so gar nicht zusammen passen. „Wie kriegt ihr denn ein Boot da rein?“, seien sie sogar schon einmal gefragt worden, erzählt Karsten Fahlbusch vom „Wasserskishow-Team-Germany“.

 Und da, in dem Wort „Showteam“ verbirgt sich die Erklärung. Es geht wahrlich nicht darum, auf breiten Brettern übers Wasser zu düsen. Dafür wäre auch gar nicht genügend Platz vorhanden. Es geht vielmehr darum, eine Show zu kreieren und zu proben und aktuell um die Disziplinen Pyramiden, DoubleAct und Trios.

Und so stehen im Hallenbad des Kirchheimer Seeblicks über 30 Frauen und Männer im Wasser und klettern aneinander hoch, bis die Frau ganz oben in der vierten Etage an die Hallendecke stößt. Insofern reicht der Platz dann doch nicht ganz, nicht in der Fläche, sondern in der Höhe.

Grund für die nicht ganz ungefährliche Plackerei ist die erstmalige Teilnahme eines deutschen Teams am „4th IWWF Show Ski World Championship“ vom 7. bis 9. September in Ontario, Kanada.

Aus ganz Deutschland – besonders aus Konstanz, Erlenbach am Main und Fuldabrück-Bergshausen – kommen die rund 50 Wasserski-Artisten, die zu dem Event reisen.

Und genau da liegt das Problem. „Wir können nicht einfach mal so an ein paar Nachmittagen üben, sondern müssen solche Trainingseinheiten anberaumen“, erklärt Organisator Fahlbusch.

Zum Seeblick kommt die Truppe aufgrund persönlicher Kontakte zu Eigner Andreas Engelhoven und weil sie hier alles vorfinden, was sie brauchen: Unterkunft, das Hallenbad und eine große Sporthalle. Hier geht es jetzt vorrangig darum, die Abläufe zu synchronisieren, festzulegen, wer welche Position einnimmt und so lange zu proben, bis jede Bewegung in Fleisch und Blut übergegangen ist. „Am Ende darf niemand mehr überlegen müssen, was er wann, wie und wo zu tun hat und alle müssen dieselbe Technik anwenden“, sagt Dieter Rausch, der zusammen mit Nancy Hirschfeld Teamleitung und Training übernommen hat.

Ab Frühjahr wird es dann ernst. Dann wird auf Skiern hinter einem 600 PS starken Motorboot auf einem See bei Ulm die heiße Übungsphase eingeleitet.

Zwei einstündige Shows müssen die Artisten den Zuschauern und den sieben Juroren bieten. Unter das Motto „Oktoberfest“ haben sie ihre Auftritte gestellt, die von einem DJ und Moderator vorgestellt werden und zu denen neben den Pyramiden auch Disziplinen wie Schau- und Barfußlaufen, Springen mit Salti und Drehungen oder Slalom gehören. Besonders bewertet wird dabei der Unterhaltungswert der Vorführungen. Antreten werden die Deutschen bei der im Zweijahres-Rhythmus stattfindenden Show gegen Teams aus Australien, Belgien, Kanada, China und den USA.

Rund 2500 Euro wird das Abenteuer jeden Teilnehmer kosten. Eine offizielle Unterstützung gibt es nicht, aber man hofft auf Spenden und Sponsoren. Auch die Organisation im Vorfeld ist nicht ganz einfach. Obwohl die Wasserskiläufer vor Ort durch ein Host-Team unterstützt werden, müssen neben den Standard-Reiseutensilien Showkostüme, 50 Paar Ski, 3500 Meter Leinen und mehr als 100 Hanteln (Griffe) mit nach Kanada reisen. (lö)

Mehr Infos: www.wasserskishow-team-germany.de

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