Urteil wird am Mittwoch erwartet

Tödliche Messerstiche in Kirchheim: Staatsanwalt fordert 14 Jahre Haft

+
Am Mittwoch soll das Urteil fallen: Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren für den Angeklagten (rechts, verdeckt).

Fulda/Kirchheim. Im Prozess um eine tödliche Auseinandersetzung in einer Kirchheimer Flüchtlingsunterkunft fordert die Staatsanwaltschaft 14 Jahre Haft für den Angeklagten.

Dem 39-Jährigen aus Eritrea wird vorgeworfen, nach einem Streit in einer Kirchheimer Flüchtlingsunterkunft am 3. September vergangenen Jahres einen 32-Jährigen sowie einen 25-Jährigen aus Somalia mit Messerstichen attackiert zu haben. 

Das ältere Opfer verstarb noch am selben Abend im Krankenhaus, das jüngere erlitt ebenfalls lebensbedrohliche Verletzungen. In der tödlichen Attacke sah Staatsanwalt Andreas Hellmich den Tatbestand des vollendeten Totschlags erfüllt, den Angriff auf den 25-Jährigen wertete er als gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung. Vom ursprünglichen Vorwurf des versuchten Mordes ist der Anklagevertreter damit abgerückt. 

Angeklagter räumt Attacke ein

Der Angeklagte hatte in seiner Aussage zu Verhandlungsbeginn die Angriffe auf die beiden Männer eingeräumt. Nach seiner Schilderung habe ihn der 32-Jährige allerdings zuerst mit dem Küchenmesser attackiert, woraufhin er dem Angreifer die Waffe entwendet und gegen diesen gerichtet habe. Der Angriff auf den 25-Jährigen, der die letzten Momente dieses Kampfes mitbekommen hatte, sei nach der Schilderung des Angeklagten ein Missverständnis gewesen. 

Wegen der vorausgegangenen Provokation wertete Verteidiger Christian Kusche die Attacken als minder schweren Fall des Totschlags und gefährliche Körperverletzung. Er beantragte kein konkretes Strafmaß, sondern eine angemessene Strafe, die eine anschließende Wiedereingliederung des Angeklagten in die Gesellschaft ermögliche. Die Nebenklage schloss sich weitgehend der Argumentation der Staatsanwaltschaft an. Das Urteil verkündet die 1. Große Strafkammer des Fuldaer Landgerichts am Mittwoch.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion