Kontrollen bei Kirchheim

Tetris mit Polstermöbeln: Polizei stoppt Sattelzüge mit schlecht gesicherter Ladung

Kreativ gestapelt: Um die geladenen Polstermöbel nicht zu beschädigen, hatte der Fahrer auf die Sicherung verzichtet. Fotos: Polizei

Kirchheim. Anfang der Woche sind dem Kontrollteam des regionalen Verkehrsdienstes der Polizei Bad Hersfeld rund um Kirchheim mehrere Sattelzüge aufgefallen.

So wurden zwei polnische Sattelzüge, die im Konvoi fuhren, kontrolliert. Laut Pressemitteilung der Polizei fanden die Beamten „diverse Polstermöbel, die nach dem Tetris-Prinzip in den unterdimensionierten Aufliegern verschachtelt geladen wurden“ vor. „Eine Ladungssicherung war hier Fehlanzeige. Laut Auskunft der Fahrer durften sie die Polster nicht sichern, da hierdurch die Gefahr bestehe, sie zu zerstören“, teilt die Polizei weiter mit.

Auch der nächste bulgarische Sattelzug habe sich als Treffer entpuppt. „Der starke Kneipengeruch versprach schon nichts Gutes. Nach dem Öffnen des Heckportals des Sattelzuges, der als Abfalltransport deklariert war, sah man, dass die Ladung aus 84 Würfeln aus gepressten Aluminium, überwiegend Bierdosen bestand. Zwar wurde je ein Spanngurt pro Würfelreihe, man könnte sagen zu Dekozwecken, darüber gelegt, allerdings konnte aufgrund der Beschaffenheit der Ladung die nötige Vorspannkraft nicht erreicht werden. Die Folge war, dass alle Gurte locker waren, und die Würfel sich langsam in die Einzelbestandteile auflösten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Zu schwer: Unter dem Gewicht des Flachstahls hatte das Kantholz nachgegeben.

„Krönender Abschluss“ sei ein polnischer Sattelzug gewesen, der knapp 23 Tonnen Flachstahl transportierte, die er mit sechs Spanngurten gesichert hatte. „Rechnerisch kam hier allerdings eine Anzahl von über 200 benötigten Spanngurten raus, um diese Ladung in diesem Auflieger sichern zu können. Dies war schlichtweg nicht machbar“, erklärt Polizeisprecher Manfred Knoch.

Allen vier Sattelzügen wurde die Weiterfahrt mit den zum Transport ungeeigneten Fahrzeugen untersagt. Neben dem Aufwand, die Ladung vor Ort umzuladen, soll der erzielte Gewinn dieses Transportes abgeschöpft werden. „Hintergrund ist, dass Ordnungswidrigkeiten sich für die Unternehmen nicht lohnen dürfen“, verdeutlicht Knoch. Bei allen vier Verfahren handele es sich dabei um insgesamt rund 12 400 Euro. (red/jce)

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