Drei deutsche Teilnehmer - Puzzle-WM folgt

Meister der kleinen Kästen: Sudoku-WM im Kirchheimer Seepark

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Im Kirchheimer Hotel Seeblick fanden am Montag und Dienstag die Weltmeisterschaften im Sudoku statt.

Kirchheim – Wer kennt sie nicht, diese kleinen quadratischen Kästchen, die in Illustrierten, Zeitungen – auch in der HZ – oder Rätselheften abgedruckt sind: Sudokus.

Dass es jedoch eine Sudoku-Weltmeisterschaft gibt, dürfte manch einen überraschen, noch mehr, dass diese WM jetzt am Kirchheimer Seepark ausgetragen wurde.

Am Montag und Dienstag fand die World Sudoku Championship (WSC) statt, von Donnerstag bis Samstag läuft die World Puzzle Championship (WPC) des Vereins „Logic Masters Deutschland“ unter dem Dach der World Puzzle Federation.

Über 350 Personen aus 30 Nationen sind dazu angereist, rund 250 davon haben sich für die WSC angemeldet, etwa genauso so viele für die WPC, wobei die meisten an beiden Wettbewerben teilnehmen.

„Besonders in Japan, China und Korea ist Sudoku sehr beliebt“, erklärt Annette Biegler, Mit-Organisatorin und Jurorin, „entsprechend kommen von dort viele Teilnehmer.“ Eine Altersbegrenzung gäbe es dabei nicht. So zwischen zehn und 70 Jahre alt seien die Teilnehmer, erklärt Biegler, dabei gibt es eine „unter 18“ und „über 50“ Wertung.

Wer an der WM teilnehmen darf, wird in der Regel in nationalen Meisterschaften ermittelt. An denen, erläutert die Organisatorin, könne im Prinzip – auch online – jeder teilnehmen. Einer besonderen Qualifikation bedürfe es nicht, aber etwas Begabung, Zahlenverständnis, logisches Denken und hohes Konzentrationsvermögen seien schon nötig, um Erfolge zu erzielen. „Das sind alles ganz „normale“ Menschen aus unterschiedlichsten Berufen, die sich hier in Kirchheim zusammengefunden haben“, sagt Biegler mit einem kleinen Lächeln.

Übrigens: Kirchheim kam als Austragungsort ins Spiel, weil das Hotel Seeblick die nötigen Kapazitäten für Unterbringung und Verpflegung der Teilnehmer hat, mit dem Konvention-Center über einen ausreichend großen Raum verfügt und einigermaßen nahe am internationalen Flughafen in Frankfurt liegt. Damit steht die Autobahngemeinde nun in einer Reihe mit Metropolen wie Prag, Philadelphia, Sofia, Peking oder London. 

Drei deutsche Teilnehmer bei Sudoko-WM

"Es ist schon eine besondere Erfahrung und hat auch seinen ganz besonderen Reiz“, erzählt Jonas Gleim am Dienstagnachmittag, während im Convention-Center des Hotel Seeblick die Endausscheidung in der Mannschaftswertung der Sudoku Weltmeisterschaft begonnen hat. Die 14 Spielrunden im Einzelwettbewerb am Montag und am Dienstag hat er hinter sich, ebenso wie Jörg Reitze und Larissa Rudolph. Ihre Ergebnisse und Platzierungen kennen sie bis dahin noch nicht. Die sind auch gar nicht so wichtig, denn Hoffnung auf den Titel macht sich keiner von den Dreien. „Dabei sein ist alles – und wir versuchen, so viel Spaß zu haben wie möglich“, sagt Reitze. 

Mitgemacht: Jörg Reitze aus Gießen, Larissa Rudolph aus Kassel und Jonas Gleim aus Würzburg (von links) berichteten über ihre Erfahrungen mit der Sudoku Weltmeisterschaft.

Er kommt aus Gießen, ist 53 Jahre alt und im wahren Leben arbeitet er als IT-Entwickler. Für ihn ist es die erste Teilnahme an einer Sudoku WM, was auch ein wenig der Tatsache geschuldet ist, dass sie „nahezu um die Ecke stattfindet.“ Noch kürzer war die Anreise für Larissa Rudolph. Die 20-Jährige ist noch Schülerin in Kassel. Über die Schule ist sie auch mit dem Rätsel in Kontakt gekommen. Fast alle dort stattgefundenen Wettbewerbe hat sie für sich entscheiden können. Warum das so ist, erklärt sie ganz lapidar: „Ich war einfach immer die Schnellste“. Für sie ist Kirchheim bereits die dritte WM nach Senec in der Slowakei 2016 und Prag im vergangenen Jahr. „Die jungen Leute sind meistens schneller als die Älteren“, hakt an dieser Stelle Annette Biegler ein, Mitglied des Vereins Logic Masters Deutschland der WM ausrichtet. Dafür verfügten die Älteren über mehr Erfahrung. Der 25-jährige Gleim ist Pianist und kommt aus Würzburg. 

Für ihn ist es die zweite Teilnahme an einer WM und er schätzt besonders, dass im Profibereich alle Rätsel „handgemacht“ sind. „All die vielen Sudokus in Zeitungen und Zeitschriften sind computergeneriert“, weiß er. „Hier sind alle Rätsel von Hand erstellt.“ Dadurch bekämen die Sudokus eine „persönliche Note“, und manchmal könne man sogar den Autor dahinter erkennen. Seit etwa zwei Jahren gehört auch Gleim zu den Entwicklern. „Vom Lösen zum Erstellen“, lautet seine Devise, wobei Letzteres deutlich schwieriger sei. Wie gut man am Ende abschneide, sei wohl eine Mischung aus Begabung, Training und Tagesform, sind sich die drei Sudokufans einig, und ein paar mehr gelöste Rätsel als Vorbereitung auf die WM könnten auf jeden Fall nicht schaden. Für mehr Information und die Möglichkeit, selbst Sudokus online zu lösen, weist Annette Biegler auf die Internetseite des Vereins hin: logic-masters.de. (lö)

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