Breslauer Straße in Kirchheim

Spielplatz direkt an der Autobahn: Sorge um die Sicherheit der Kinder

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Eine kleine Gruppe Kirchheimer Eltern mit ihren Kindern traf sich auf Einladung des Kirchheimer Ortsvorstehers Wolfgang Curth (links) auf dem bisherigen Spielplatz in der Breslauer Straße, um über den zukünftigen Standort eines neuen Kinderspielplatzes zu beraten. Am oberen Bildrand sind die Leitplanke zur A4 und - nur schwer erkennbar - die Auflieger von zwei Sattelzügen auf der Autobahn zu sehen.

Zum Ortstermin hatte der Kirchheimer Ortsvorsteher Wolfgang Curth Eltern  auf den ehemaligen Kinderspielplatz in der Breslauer Straße eingeladen.  Der liegt direkt an der Autobahn.

Der Spielplatz zwischen katholischer Kirche und Autobahn A4 musste vor einiger Zeit geschlossen werden, zum einen, weil er, nach Aussage der Eltern, in einem desolaten Zustand war, offiziell, weil wegen des umfangreichen Umbaus des Kirchheimer Autobahndreiecks eine Bau- und Versorgungsstraße am Rande des Geländes gebaut wurde, und zunächst nicht bekannt war, wie viel Platz die einnehmen würde.

Die Gemeindevertreter beschlossen darauf hin in ihrer Sitzung vom 22. November vergangenen Jahres in einem gemeinsamen Antrag von SPD- und CDU-Fraktion einstimmig, dass die Gemeindewerke die Erarbeitung eines Konzeptes zur Neueinrichtung eines neuen Spielplatzes im alten Ortskern vorbereiten sollten.

Zweites Grundstück im Gespäch

Mittlerweile hat sich ergeben, dass das bisherige, im Besitz der Gemeinde befindliche Spielplatzgrundstück um lediglich 200 Quadratmeter auf nunmehr 800 Quadratmeter geschrumpft, und somit immer noch groß genug ist. Gleichzeitig kam ein zweites Grundstück ins Gespräch. Etwa gleich groß, in Verlängerung der Jahnstraße in Ortsrandlage, 60 Meter weiter von der Autobahn entfernt, in Privatbesitz, aber der Eigentümer wäre bereit es an die Kommune zu verpachten. Zwei weitere, bestens geeignete Grundstücke inmitten des Ortskerns stehen nicht zur Disposition, weil die Eigner weder zu Verpachtung noch zum Verkauf bereit sind.

Zwielichtige Gestalten und benutzte Kondome 

Somit bleibt am Ende wohl nur die Wahl zwischen Regen und Traufe. Was die Schadstoffbelastung durch die Autobahn angeht, nehmen sich die beiden Standorte vermutlich nichts, waren sich die Eltern vor Ort einig. Nachteil des zu pachtenden Geländes ist seine Lage am äußersten Ortsrand. Bei dem laut Curth offenbar von der Gemeinde favorisierten Platz am bisherigen Standort, fürchten die Eltern besonders, dass irgendwann ein Lkw von der Autobahn auf den Spielplatz stürzen könnte, oder die Kinder direkt an dem Abhang zur Autobahn spielen. Auch ob das Areal noch breit genug ist, blieb fraglich. Zudem, so hieß es seitens einiger Eltern, hätten sich in der Vergangenheit öfters zwielichtige Gestalten auf dem Spielplatz herum getrieben, sogar benutzte Kondome habe man hier gefunden.

Folglich kamen sie vor Ort zu dem Ergebnis, dass sie hier keinen neuen Spielplatz für ihre Kinder haben wollen, und stattdessen das abgelegene Gelände am Ortsrand als geeigneter erachten. Wie die Gemeinde mit dieser Erkenntnis umgehen will, das ist bisher noch nicht klar. Auch nicht klar ist, ob alle betroffenen Eltern diese Einschätzung teilen. Noch ist nichts entschieden.

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