Versuchte Vergewaltigung

Sexuelle Nötigung: Drei Jahre Haft für Somalier

Kirchheim – Zu drei Jahren Haft hat das Amtsgericht Schwalmstadt einen 21-jährigen Somalier verurteilt. Er hatte im Juni 2018 in Ottrau eine Frau sexuell genötigt und verletzt.

Bei der Tat, die sich in der Mittagsstunde des 14.6. ereignete, hatte der Mann vehement auf die am Boden liegende Frau eingeschlagen und versucht, sie zu vergewaltigen. Hierzu war es im juristischen Sinne nicht gekommen, da kein Beischlaf vollzogen wurde – dem Täter war es nicht gelungen, in sein Opfer einzudringen.

Mittelschwerer Rausch

Eine Freiheitsstrafe dieser Höhe könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, sagte Richterin Mareike Pöllmann. Mit dem Strafmaß blieb das Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre und drei Monate Freiheitsentzug gefordert hatte, jedoch über dem der Verteidigung, der bei zwei Jahren und sieben Monaten lag. Es sei von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit des Angeklagten auszugehen, begründete die Richterin, hervorgerufen durch den „mittelschweren Rausch“, wie der psychiatrische Gutachter den Zustand des 21-Jährigen beschrieb. Es sei davon auszugehen, dass der Angeklagte zur Tatzeit bis zu 2,3 Promille Alkohol im Blut hatte. Wegen Fluchtgefahr bleibt der Somalier zunächst in U-Haft, er sitzt in der JVA Gießen ein und wurde in Handschellen vorgeführt. Er lebte seit 2014 in Deutschland, zuletzt in Kirchheim. Sein Antrag auf Asyl wurde abgelehnt, ein Risiko einer Verfolgung in seinem Heimatland wurde nicht anerkannt.

Nächtliche Irrfahrt

Der Tat in Ottrau war eine nächtliche Irrfahrt von Kirchheim über Marburg und Schwalmstadt vorausgegangen. Der Täter war kurz vor dem Losfahren hinterrücks in das Auto der 40-Jährigen gestiegen und ihr nicht mehr von der Seite gewichen, als sie nach Mitternacht bei McDonalds angehalten und sich etwas zu essen gekauft hatte.

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