Von Baumbach’sche Forstverwaltung will sich beteiligen

Pläne für den Naturpark bei Kirchheim

Totalschaden im Wald. Unser Bild entstand im März 2021 südlich von Frielingen. Allein hier sind über 25 Hektar beste gesunde Fichte im Alter zwischen 60 und 120 Jahren innerhalb weniger Wochen durch Dürre und Borkenkäferbefall abgestorben.
+
Totalschaden im Wald. Unser Bild entstand im März 2021 südlich von Frielingen. Allein hier sind über 25 Hektar beste gesunde Fichte im Alter zwischen 60 und 120 Jahren innerhalb weniger Wochen durch Dürre und Borkenkäferbefall abgestorben.

Die Schäden, die Stürme, Trockenheit und der Borkenkäfer in den vergangenen Jahren im Wald angerichtet haben sind enorm.

Kirchheim - „Wir hatten in drei Jahren so viel Schadholz, wie wir sonst in 28 Jahren geerntet hätten“, sagt Forstassessor Axel von Baumbach aus Kirchheim. Alleine in seinen Wäldern seien 140 000 Festmeter Schadholz angefallen, überwiegend Fichte. 400 Hektar vorher bewaldete Fläche seien jetzt kahl. Den Vermögensverlust beziffert von Baumbauch auf zehn Millionen Euro. Dazu kämen etwa fünf Millionen Euro, die benötigt würden, um die Schäden zu beseitigen und die kahlen Flächen wieder anzupflanzen.

Die Wiederaufforstung des Waldes sieht Axel von Baumbach als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Ökosystemleistungen des Waldes und der Waldbesitzer müssten honoriert werden, sagt er und verweist auf die nationale Waldstrategie 2050 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Dabei geht es darum, den Wald in Zeiten des Klimawandels zu erhalten und zu entwickeln. Kriterien wie die Klimawirkung des Waldes durch Kohlenstoffspeicherung, die Bedeutung von Artenvielfalt und Biodiversität, die Funktion des Waldes als Luftfilter und Wasserspeicher und auch sein Wert für Freizeit, Gesundheit und Erholung werden darin berücksichtigt.

Axel von Baumbach sieht sich auf jeden Fall vor neue Herausforderungen gestellt. War er bisher in erster Linie Forstwirt, muss er nun als Ökosystem- und Naturraum-Manager agieren und zudem versuchen, nichtforstliche Einnahmequellen im Wald zu erschließen. Gemeinsam mit der Gemeinde Kirchheim denkt von Baumbach über Freiflächen-Fotovoltaikanlagen und andere Formen alternativer Energiegewinnung nach.

An vielen Stellen zeige sich im Wald bereits eine natürliche Verjüngung, erklärt der Forstassessor. Dort wachsen Pflänzchen aus den Samen der dort stehenden Bäume. Das funktioniere aber nicht an den Stellen, wo alle Bäume weg seien, bedauert er. Dort müsse gepflanzt werden, doch Pflänzchen seien zurzeit knapp und teuer.

Trotz – oder vielleicht auch wegen – der vielfältigen Krisen und Probleme im Wald, will von Baumbach sich für den Naturpark Knüll engagieren. „Die Flächen unserer Forstverwaltung liegen zu 100 Prozent im Naturpark“, stellt er fest. Er will neue Wanderwege erschließen und ausbauen und in ein Wanderwegeverbundsystem integrieren. Auch Mountainbike-Strecken kann er sich vorstellen.

Wichtig ist ihm die Natur- und Umweltbildung, wie sie zum Beispiel im Bayerischen Wald vorbildlich angeboten werde. Dabei könnten auch die vorhandenen Hütten im Wald mit genutzt werden. Auch die Idee eines Waldkindergartens begrüßt von Baumbach und würde dafür gerne entsprechende Flächen zur Verfügung stellen.

Auf dem Eisenberg soll eine große Fläche mit altem Laubbaumbestand aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden und sich natürlich entwickeln dürfen. Damit entspricht er dem Ziel, fünf Prozent der Waldfläche ganz der Natur zu überlassen. Die Pappelplantagen bei Kirchheim und Frielingen sollen rekultiviert werden – als Ackerfläche und als Laubmischwald.

Alle Einnahmen sollen, so betont von Baumbach, in den Wiederaufbau des Waldes fließen. Es werde 25 bis 30 Jahre dauern, bis dort wieder Überschüsse erwirtschaftet werden könnten, sagt er.

Von Christine Zacharias

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare