Kirchheimer Landhotel: Betreiber vor Gericht

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Fulda. Insolvenzverschleppung, Untreue, Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt sowie Bankrott wirft die Staatsanwaltschaft einem 51-jährigen Kaufmann aus den Niederlanden vor.

Der Angeklagte war Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Landhotels am Hattenberg in Kirchheim, über das 2014 das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Er muss sich jetzt vor der 2. Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Fulda verantworten.

Nach den Ausführungen von Oberstaatsanwalt Stefan Müller-Odenwald hat der Holländer das zunächst eingezahlte Stammkapital der Gesellschaft in Höhe von 12.500 Euro nach der Eintragung ins Handelsregister in mehreren Teilbeträgen erst auf ein anderes Firmen- dann auf sein Privatkonto transferiert.

Das Hotel soll bereits im Jahr 2013 Pleite gewesen sein

Bereits Ende 2013 soll das Landhotel pleite gewesen sein, der Insolvenzantrag wurde jedoch erst im März des folgenden Jahres beim Amtsgericht in Bad Hersfeld gestellt.

Weiter soll der Angeklagte, der gelernter Kaufmann ist, dem Insolvenzverwalter Unterlagen vorenthalten haben, um sein Fehlverhalten zu verschleiern.

Darüber hinaus hat der 51-Jährige in seiner Funktion als Arbeitgeber laut Anklage der Sozialversicherung insgesamt 11.921,85 Euro an Arbeitnehmeranteilen vorenthalten. Auch die Insolvenz einer weiteren beteiligten Gesellschaft soll nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Joachim Becker stellte dem beim Prozessauftakt noch schweigenden Niederländer für den Fall eines Geständnisses eine Freiheitsstrafe von höchsten einem Jahr und fünf Monaten in Aussicht, die zudem zur Bewährung ausgesetzt würde. Hinzu käme eine Geldauflage.

Obwohl das Gericht auf jeden Fall einige der geladenen Zeugen hören wollte, könnte der Prozess somit schneller zu Ende gehen als zunächst geplant.

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