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Kirchheimer Gemeindevertretung beschloss Standort für neue Kita

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Von: Christine Zacharias

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Auf diesem Gelände am Wiesenweg soll die neue Kindertagesstätte in Kirchheim entstehen.
Auf diesem Gelände am Wiesenweg soll die neue Kindertagesstätte in Kirchheim entstehen. © Bernd Löwenberger

In ihrer Sitzung haben sich die Gemeindevertreter von Kirchheim auf den Standort für den Neubau des Kindergartens geeinigt.

Kirchheim – Der neue Kindergarten in Kirchheim soll in der Ortsmitte auf einem Grundstück zwischen Hauptstraße und Wiesenweg gebaut werden. Das beschlossen die Gemeindevertreterinnen und -vertreter der SPD-Fraktion in ihrer Sitzung am Donnerstagabend in Heddersdorf in namentlicher Abstimmung. Die CDU-Parlamentarier sprachen sich dagegen für einen Standort im geplanten Neubaugebiet aus.

Leicht gemacht haben sich die Kirchheimer Kommunalpolitiker diese Entscheidung nicht. Und sie verließen sich nicht nur auf das Gutachten des Büros Neumann, das im Vorfeld vier mögliche Standorte untersucht und jeweils Vor- und Nachteile erarbeitet hatte, sondern befragten weitere Fachleute, wie den Kirchheimer Architekten Peter Klöpfel, der seine Untersuchungen der CDU-Fraktion zur Verfügung stellte und stellten eigene Berechnungen an.

Bürgermeister Manfred Koch hatte zu Beginn der Sitzung noch einmal die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie erläutert. Er hatte zudem beim Bauamt des Kreises nachgefragt, wie die vier Standorte baurechtlich eingeschätzt werden. Für den Standort Langer Garten müsste zunächst Baurecht geschaffen werden, teilte Nadja Speich mit. Derartige Verfahren dauern erfahrungsgemäß mindestens ein Jahr.

Das ebenfalls von Bürgermeister Koch angefragte Planungsbüro Fischer geht sogar davon aus, dass eine Bebauung im Gebiet Langer Garten erst in einem mittelfristigen Zeitraum von mehreren Jahren möglich wäre, weil dort überdies auch die Entwässerungssituation umfassend und großräumig zu betrachten sei.

Die Gemeinde Kirchheim möchte aber möglichst schnell bauen. Zum einen, weil die vorhandene Kindertagesstätte bald an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, zum anderen, weil der Kreis einen Zuschuss in Höhe von 317 000 Euro in Aussicht gestellt hat, der allerdings bis zum Juni 2023 verbaut und abgerechnet sein muss.

Die Mitglieder der CDU-Fraktion bezweifelten, dass es so lange dauern würde, bis Baurecht geschaffen sei und sind überzeugt davon, dass auch im Gebiet Langer Garten bereits im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden könne. Das betonten unter anderem Sebastian Hattwich und Stefan Nieding. Sie rechneten überdies vor, dass ein Teil des Zuschusses für zusätzliche Kosten verbraucht würde, die durch den Abriss bestehender Gebäude, der in der Ortsmitte auf jeden Fall notwendig sei, entstünden.

Der Standort am Rande eines neu entstehenden Wohngebiets erscheint der CDU-Fraktion jedoch ideal für eine Kindertagesstätte. Sebastian Hattwich wies zudem auf die Nähe zur Natur und zum Generationengarten des Heimat- und Kulturvereins hin.

Der Zeitfaktor ist für die SPD-Fraktion ein wesentliches Argument für den Standort in der Ortsmitte. Sandra Preuß hob außerdem das dort mögliche großzügige Platzangebot, die gute Parksituation, die ruhige Lage und die Nähe zur Natur hervor.

Zudem hofft die SPD auf eine Belebung des Ortskerns durch den Kindergarten. Preuß wies zudem auf die Möglichkeit hin, dort einen Spielplatz anzulegen, der von allen Kirchheimer Kindern genutzt werden könne.

Engagiert und sachlich wurden zwei Stunden lang die Argumente ausgetauscht, ohne jedoch die jeweils andere Seite überzeugen zu können. Und zwischendurch schien dann doch immer wieder einmal etwas von dem alten Misstrauen und der früheren Feindseligkeit auf.

Die Kindergartenkommission der Gemeinde sprach sich übrigens mit vier Stimmen für den Standort Ortsmitte aus. Für den Langen Garten gab es drei Stimmen, eine Person enthielt sich. (Christine Zacharias)

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