Jahreshauptversammlung in Kirchheim

Kirchheimer Feuerwehren: Jetzt neun Aktive mehr

Vom stellvertretende Gemeindebrandinspektor Pascal Krause, Bürgermeister Manfred Koch, Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar (von rechts) und Jugendwart Mathias Reinmöller (2.v.links) wurden am Samstagabend während der Jahreshauptversammlung Mitglieder der Kirchheimer Feuerwehren geehrt und befördert. Foto: Löwenberger

Heddersdorf. Von 72 Einsätzen im Jahr 2017 berichtete der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Pascal Krause in der Jahreshauptversammlung aller Kirchheimer Feuerwehren am Samstagabend im Heddersdorfer Dorfgemeinschaftshaus.

Zu Brandeinsätzen mussten die Kirchheimer 21 Mal ausrücken, 45 Einsätze waren technische Hilfeleistungen uns sechs Mal handelte es sich um Fehlalarme. Insgesamt wurden dabei 1061 Einsatzstunden geleistet.

Die Anzahl der Aktiven ist gegenüber 2016 um neun Mitglieder gestiegen und zählt jetzt 159 Männer und 16 Frauen. Die Jugendfeuerwehr schrumpfte von 41 Nachwuchskräften auf 35, weil vier Mitglieder in die Einsatzabteilung übernommen wurden, einer die Feuerwehr verlassen hat und die Statistik um eine Karteileiche bereinigt wurde. Die Anzahl der Bambinis blieb mit 24 Mädchen und Jungen konstant und in der Alters- und Ehrenabteilung sind mit 151 Mitgliedern vier weniger als im Vorjahr organisiert. Zusammen mit 340 Vereinsmitgliedern gehören der Kirchheimer Feuerwehr insgesamt 734 Personen an.

Mit Freunden geübt

Für Übungen, Schulungen, Seminare und Lehrgänge wurden insgesamt 4809 Stunden aufgewendet. 292 Stunden wurden in der Atemschutzwerkstatt und für die persönliche Schutzausrüstung investiert. Besondere Beachtung in der Versammlung fanden Übungen mit der befreundeten Feuerwehr aus Schwiegershausen und der Bundeswehr Patenkompanie aus Schwarzenborn, sowie verschiedene Aktionen zur Brandschutzerziehung unter der Leitung von Andreas Schmier.

Für ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug-Logistik (TSF-L) wurden 52 000 Euro ausgegeben. Es ersetzt das TSF Frielingen und das LF8 Gersdorf. Fast 81 000 Euro kosteten 156 digitale Meldeempfänger. Bezüglich des Digitalfunkes wurden noch immer bestehende große Funklöcher moniert. Bei der digitalen Alarmierung seien Ort und Art des Einsatzes zudem oft nicht erkennbar, was viele wertvolle Minuten koste. Um eine angeregte zusätzliche analoge Alarmierung will sich Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar bemühen.

Kritik an "Florix"

Kritik gab es auch an dem total veralteten und umständlich zu bedienenden Organisations- und Einsatzerfassungsprogramm „Florix“ Das Programm stamme aus den 90er Jahren und sei seitdem kaum überarbeitet worden, erläuterte Dittmar, und hier zeige sich ganz deutlich, dass „was nix kostet auch nix taugt“.

Angesichts der gefährlichen Arbeiten während der letzten Stürme waren sich Dittmar und Bürgermeister Manfred Koch einig, dass es nicht Aufgabe der Feuerwehren sein könne, bei Nacht und Nebel unter Einsatz ihres Lebens Straßen frei zu räumen solange keine unmittelbare Gefahr abgewendet werden müsse.

Anerkennung bei den Verantwortlichen fand die hervorragende Nachwuchs- und Jugendarbeit unter der Leitung von Gemeindejugendwart Mathias Reinmöller. Der berichtete von zahlreichen Veranstaltungen mit und für den Nachwuchs, so unter anderem von einem Besuch im Erlebnisbergwerk Merkers und einem Ausflug nach Künzel wo „Lasertag“ gespielt werden konnte und bedankte sich bei zahlreichen Unterstützern für deren Einsatz.

Von Bernd Löwenberger

Zu unserem Artikel stellt Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar folgendes klar:

In unserem gestrigen Artikel „Jetzt neun Aktive mehr“ (HZ, 11. April) über die Jahreshauptversammlung der Feuerwehren in Kirchheim sieht Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar einige ihrer Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und bittet daher um Klarstellung. So seien bezüglich der digitalen Alarmierung auf dem Pager alle notwendigen Informationen über Art und Ort des Einsatzes vorhanden, heißt es in ihrer Stellungnahme. Da es trotzdem offenbar zu Problemen kommt, stellte sie in Aussicht, mit der Leitstelle wegen einer zusätzlichen analogen Alarmierung per Durchsage Kontakt aufzunehmen. 

Bei dem Feuerwehr-Verwaltungsprogramm „Florix“ erläuterte Dittmar ausführlich, dass es sich hier um eine kostengünstige Lösung handele, die die Kommunen nur 400 bis 500 Euro pro Jahr Lizenzgebühren koste, was sich durch gewisse Einschränkungen und eine teilweise etwas umständlich Bedienung bemerkbar mache. (lö)

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