Diskussion in der Gemeindevertretung

Kirchheim will den Zugang zum Seepark sichern

Das Foto zeigt den Seepark Kirchheim, der jetzt Tempel und Ashram der hinduistischen Glaubensgemeinschaft Bhakti Marga ist.
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Der Seepark Kirchheim ist jetzt Tempel und Ashram der hinduistischen Glaubensgemeinschaft Bhakti Marga.

Wie gestaltet sich das Zusammenleben mit den Angehörigen der hinduistischen Religionsgemeinschaft Bhakti Marga, die seit knapp einem Jahr Eigentümer des Seeparkgeländes in Kirchheim sind?

Kirchheim - Und wie kann sichergestellt werden, dass der Seepark auch in Zukunft öffentlich zugänglich ist? Diese Fragen wurden in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung lebhaft und kontrovers diskutiert.

Dabei ging es zum einen um eine Änderung des Bebauungsplans für den Seepark, der bisher nicht vorsieht, dass dort jemand dauerhaft seinen Wohnsitz hat. In den bereits vorhandenen Apartments, die schon früher von Mitarbeiter belegt worden waren, wollen nun aber mehrere Mitarbeiter des Ashrams wohnen. Da nur der Text und nicht die Grundzüge der Planung geändert werden sollen, geht das mit einem vereinfachten Verfahren. Dieser Lösung stimmte schließlich in namentlicher Abstimmung die SPD-Fraktion mit ihrer Mehrheit gegen die Stimmen aus der CDU zu.

Die CDU-Fraktion wollte gerne die Zustimmung zur Planänderung, die den Interessen von Bhakti Marga entgegenkommt, verbinden mit einer vertraglichen Vereinbarung, die dauerhaft den Zugang zu See und den umgebenden Wegen für die Öffentlichkeit sichert. Dabei gab es in den Fraktionen sehr unterschiedliche Vorstellungen. Einig sind sich CDU und SPD, die jeweils Gespräche mit den neuen Eigentümern geführt haben, dass diese freundlich und aufgeschlossen seien und großes Interesse an einem gedeihlichen Zusammenleben hätten. Es sei auch versichert worden, dass Badebucht und Erholungsbereiche weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleiben sollten.

Alleine auf mündliche Zusicherungen wollte sich jedoch die CDU-Fraktion nicht verlassen, betonte deren Vorsitzender Axel Schmidt. Sie wollten schriftliche Verträge. Sein Stellvertreter Stefan Nieding sprach schließlich sogar von notariellen Regelungen und Grundbucheinträgen. Für ihre Forderungen erhielt die CDU-Fraktion mehrfach Beifall von den Zuschauern, darunter Besitzer von Häusern und Betreiber von Sportanlagen am Seepark, nicht jedoch von der SPD-Fraktion.

Bürgermeister Manfred Koch, wehrte sich zunächst gegen die Unterstellung der CDU, die Gemeinde habe auf Vorkaufsrechte verzichtet. Die habe es nie gegeben, betonte Koch. Er berichtete von seiner Anfrage bei Bhakti Marga, ob die Badebucht an die Gemeinde verpachtet werden könne. Das sei möglich, erfuhr er, aber zu einem relativ hohen Preis von 4000 Euro.

Kritisch sei aber vor allem, warnte Koch, dass die Gemeinde, wenn die Badebucht in ihrem Besitz und als öffentliche Badestelle ausgewiesen sei, auch für die Sicherheit sorgen müsse, also während der Badesaison Schwimmmeister beschäftigen und zudem ständig kontrollieren müsse, dass nicht etwa in den See geworfener Müll eine Gefahr darstelle.

Koch warnte zudem vor möglichen kostspieligen Konsequenzen, wenn der Bebauungsplan aus den 1970er Jahren grundlegend geändert würde, zum Beispiel durch die Festlegung öffentlicher Bereiche. Seit den 70ern habe sich Vieles geändert und die aktuell geltenden Vorschriften müssten dann angewendet werden. Ebenfalls in namentlicher Abstimmung wurde der Antrag der CDU ganz knapp mit 10 zu 10 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. (Christine Zacharias)

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