Auf Jungfernfahrt nach Kirchheim

Vier Quadratmeter Glück im mobilen Heim Marke Eigenbau

Campingwagen mit Veranda: Voller Stolz präsentiert Peter Stamm sein mobiles Heim Marke Eigenbau auf dem Campingplatz in Kirchheim.
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Campingwagen mit Veranda: Voller Stolz präsentiert Peter Stamm sein mobiles Heim Marke Eigenbau auf dem Campingplatz in Kirchheim.

Die Jungfernfahrt mit dem neu gebauten Wohnanhänger führt den Asteröder Peter Stamm und seine Ehefrau Petra auf den Campingplatz am Kirchheimer Seepark.

Kirchheim - Das Besondere daran: Der Anhänger darf nicht schneller als 20 Stundenkilometer fahren und wird deshalb von einem Traktor gezogen. Der Anhänger wurde von Grund auf selbst konstruiert und gebaut. Er bietet auf kleinstem Raum Platz zum Entspannen, Kochen, Essen, Wohnen, Schlafen und noch mehr.

Zwei Meter 30 ist das Gefährt breit, 3 Meter 50 lang. Zieht man die mit rund sieben Zentimetern gut gedämmten Außenwände und die knapp 1,30 Meter tiefe Veranda am Heck ab, bleiben als Innenraum wenig mehr als vier Quadratmeter. „Die Veranda war ganz wichtig“, sagt Stamm. „Hier sitzen wir abends bei einem Gläschen Wein und genießen den Blick in die Natur oder in die weite Ferne, je nach Standort“.

Die Veranda erreicht man über eine hölzerne Treppe und von dort aus gelangt man in den Innenraum. An der gegenüberliegenden Wand stehen ein Tisch und zwei Stühle. Die dienen auch als Stützen für das darüber an der Wand befestigte Klappbett. „Das ist wichtig“, erklärt der 64-Jährige, „weil, ich bin ja nicht der Allerschmalste“. Rechts an der Wand hängt ein umgebauter Holzofen zum Heizen und zum Kochen, daneben steht eine kleine Spüle, darüber ein Mini-Kühlschrank und zwei kleine Schränkchen für Geschirr und Lebensmittel. „Die wollten unsere Nachbarn in den Sperrmüll werfen“, sagt Petra Stamm.

Daneben baumeln an einem Seil ein paar „ahle Wörscht“ und ein getrockneter Schinken von der Decke. Unter der Spüle ist Platz für Brennholz, Kartoffeln, Zwiebeln, Töpfe und Pfannen. An der linken Wand das Bett für Petra, ein Schränkchen und – man staune – eine klassische Toilette mit schwarzem Deckel. Die dient als weiterer Sitzplatz, ist aber voll funktionsfähig. Lediglich die Intimsphäre während der Benutzung bleibt etwas auf der Strecke, aber das lasse sich regeln, erklärt das Ehepaar, ohne auf Details einzugehen.

Klappbett und Ahle Wurscht: Petra Stamm im nur knapp vier Quadratmeter großen Innenraum ihres Campingwagens.

„Wir haben hier alles, was wir brauchen“, erklärt der selbstständige Heizungsbaumeister nicht ohne Stolz. Bis auf die Achse, die von einem ausrangierten Miststreuer stammt, hat er in knapp einem Jahr alles selbst gebaut und dabei viel Liebe zum Detail bewiesen. Das paar Gummistiefel, das an der Frontwand aus dem Wagen ragt, sei notwendig, damit „die Frau nachts ihre Füße reinstecken und sich im Bett ausstrecken kann“, erklärt Stamm laut lachend. Hinten über der Veranda hängt ein Schild mit der Aufschrift „Peter’s Heerewääng“, was so viel bedeutet wie Zigeunerwagen – „aber das darf man ja nicht schreiben.“

Gezogen wird der fast zwei Tonnen schwere Wagen von einem alten 15 PS-Kramer-Trecker. Für den Ausflug an den Seepark hatten sich die Stamms allerdings für den etwas schwereren Schlepper entschieden, „weil der ein Dach hat.“ » Das HR-Fernsehen berichtet voraussichtlich am Dienstag, dem 13.10. ab 20 Uhr 15 über den Camper. (Bernd Löwenberger)

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