Er war immer für Schlichtung

Karl Schneider engagiert sich für Kirchheim

Sie sind der ganze Stolz von Karl Schneider, die drei Enkel (von links) Johannes (8), Theresa (4) und Helena (7 Jahre), und die kommen gern zum Opa, weil der immer so tolle Geschichten zu erzählen hat, zum Beispiel, wie man früher einen Dreschflegel benutzte. Foto: Löwenberger

Kirchheim. „Ich habe in weit mehr als der Hälfte aller Fälle eine Einigung zwischen den Parteien erzielen können“, erzählt Karl Schneider nicht ohne eine gute Portion Stolz. 15 Jahre war der heute 80-Jährige in seiner Heimatgemeinde als Schiedsmann tätig.

„In vielen Fällen habe ich beide Seiten vor dem Schlichtungstermin besucht und mir so schon ein Bild der Lage verschafft“, erzählt er weiter. Das sei zwar nicht üblich oder notwendig gewesen, habe aber vermutlich sehr zu seiner hohen Erfolgsquote beigetragen.

Flurbereinigung, Jagdgenosenschaft, Ortslandwirt, Ortsvorsteher, Sportverein, Feuerwehr, Gesangverein

Aber der Landwirt war noch auf vielen anderen Feldern aktiv. 43 Jahre war er im Vorstand der Flurbereinigung der Gemarkung Kirchheim, seit 1979 ist er Vorstand der Jagdgenossenschaft Kirchheim. Von 1979 bis 2011 war der Landwirt aus Leidenschaft Waldschadenschätzer, von 1978 bis 2003 engagierte er sich als Ortslandwirt. Neun Jahre lang, bis 2006, agierte der Kirchheimer als Ortsvorsteher und Mitglied im Sportverein ist er seit 64 Jahren, in die Feuerwehr ist er vor 61 Jahren eingetreten. Außerdem ist Schneider Mitglied im Gesangverein und zu Zeiten der Gefriergemeinschaft kümmerte er sich dort um die Vereinskasse.

Schneider wurde in Kirchheim geboren, ging hier in die Volksschule und absolvierte eine landwirtschaftliche Lehre auf dem elterlichen Hof. Weil hier der Schulbesuch das ein oder andere Mal der anfallenden Arbeit zum Opfer fiel, besuchte er später eine landwirtschaftliche Fachschule und bildete sich in zahlreichen Lehrgängen weiter.

Von den Anfängen des Fußballs

Begeistert berichtet Karl Schneider auch von den Anfängen des Fußballs in Kirchheim, von matschigen Spielplätzen, die eigentlich gar keine waren, oder von anstrengenden An- und Abfahrten per Fahrrad oder mit abenteuerlichen Transportfahrzeugen, und vom Gewinn der Schülerkreismeisterschaft auf dem Hessenplatz 1952 oder 53.

Heute lebt Schneider mit seiner Ehefrau Maria und der Familie seines Sohnes Jörg gemeinsam auf dem Hof der Eltern. Seit fünf Jahren hat er sich aus dem Tagesgeschäft des Betriebes zurückgezogen, aber: „Wenn Not am Mann ist, bin ich natürlich da.“ Besonders zu Erntezeiten werde in dem Familienbetrieb jede Hand gebraucht. Und während draußen die Feldarbeit erledigt wird und dabei auch Kinderbetreuung und Erziehung stattfindet, steht Ehefrau Maria am Herd und kocht. Nach getaner Arbeit sitzen alle zusammen an einem großen Tisch und freuen sich, dass hier drei Generationen unter einem Dach leben, arbeiten und wirtschaften. Und darauf ist Karl Schneider ganz besonders stolz.

Von Bernd Löwenberger

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