Wanderweg eröffnet

Eisenbergsteig: Hinunter nach Bad Hersfeld

Bürgermeister Glänzer weist den Blick ins Aulatal.

Zum Hessentag in Bad Hersfeld wurde der neue Wanderweg vom Eisenberg in die Kreisstadt eröffnet. HZ-Redakteur Karl Schönholtz ist mitgelaufen.

Der Schritt ist leicht und federnd. Es geht angenehm bergab auf weichem Waldboden. In den Baumwipfeln lässt der frische Wind die Blätter rauschen, und wenn sich die Sonne Bahn bis ganz nach unten bricht, spürt man einen Anflug von Wärme.

Schnipp: L andrat Michael Koch, Bürgermeister Glänzer und Staatsminister Michael Roth (Mitte von links) eröffnen den neuen Steig.

Als sich am Samstagvormittag gut 120 Wanderer vom Berggasthof auf dem Eisenberg auf den knapp 19 Kilometer langen Weg nach Bad Hersfeld machen, könnten die Bedingungen kaum besser sein. Wir sind die Ersten, die den neu eingerichteten Eisenbergsteig begehen. Offiziell jedenfalls, denn natürlich haben die rührigen Freunde des Eisenbergs die Tour schon mehrfach ausprobiert.

Ein halbes Jahr ehrenamtliche Arbeit stecke im Steig, erzählt Neuensteins Bürgermeister Walter Glänzer, der bis zum Schluss mitwandert. Das ist nicht zu übersehen: Die Auszeichnung ist narrensicher, das Doppelkreuz auf weißem Grund stets in der Blickachse sichtbar. Wer sich hier verläuft, ist selber schuld.

Immer schön bergab: Die Karawane der Wanderer auf schmalem Pfad unterwegs.

Wo immer möglich, zweigt der Steig von den bestehenden Forstwegen ab. Das unterscheidet ihn vom bisherigen Borgmannsweg. So geht es beispielsweise auf schmalem Pfad zur Liesberghütte mit der herrlichen Aussicht ins Aulatal. Auch kurz vor Hersfeld taucht der Weg tief in den Wald ein und lässt das Herz jubeln: frisches Frühlingsgrün und Luft mit Wohlgeschmack.

Überhaupt hat der Steig eine Qualität, die sich erst an brütend heißen Sommertagen so richtig erweisen wird: Nur einzelne Abschnitte führen durch offenes Gelände. Ansonsten schützt das Blätterdach des Laubwaldes vor zu viel Sonne und Hitze.

Von 636 Höhenmetern auf 212 in der Hessentags-Stadt, da verfallen auch Spaziergänger in flottes Tempo. Ehe man sich’s versieht, ist die Kreuzeiche erreicht. Nur wenn es nach fast zwei Dritteln Wegstrecke steil die Stellerskuppe hinauf geht, gerät man ein wenig außer Puste.

Zwischen diesen beiden Punkten befindet sich auch der einzige Schwachpunkt der Route: Über etwa zwei Kilometer geht es unvermeidbar mehr oder weniger parallel zur lärmigen Autobahn.

Die ist schnell vergessen, als beim Geistalblick die Feuerwehr Gittersdorf neben Kaffee, Kuchen und kalten Getränken auch Bratwürste aufgefahren hat. Das war am Eröffnungstag des Steigs schon die zweite Raststation nach der Kreuzeiche, wo der Heimat- und Trachtenverein Obergeis die Wanderer gestärkt hatte.

Nach vier Stunden treten wir aus dem Wald heraus. Eine Frau aus Friedewald sucht nach Orientierung, denn vor ihr liegt das Neubaugebiet am Schieferstein. Diesen Teil von Bad Hersfeld kennt sie nicht. Links davon geht es schließlich hinunter zum Falkenblick und dann in die Stadt. Im Kurpark sind dann fast 20 Kilometer geschafft, doch die Bergab-Tour hat keinen überfordert. Umgekehrt ist der Steig „etwa 30 Prozent“ anstrengender, sagt Bürgermeister Glänzer. Doch auch das ist machbar, selbst hin und zurück am Stück ist er den Weg schon gelaufen. Kein Wunder bei so einer schönen Route.

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