Untersuchung der Uni Kassel

Eigener Friedhof muss sein: Ergebnisse der Kirchheim-Studie vorgestellt

Bürgermeister Manfred Koch bedankte sich bei der mittlerweile in der Dorf- und Regionalentwicklung im Raum Diemel-Waldeck tätigen Namensvetterin Stefanie Koch für die Vorstellung der Studie „Gemeinsam Leben – Zukunft gestalten“. Foto: Löwenberger

Kirchheim. Den Friedhof in ihrem eigenen Ortsteil halten 72,4 Prozent der Kirchheimer für unverzichtbar. Auf Platz zwei und drei im Ranking folgen Kinderspielplätze mit 61,9 und Dorfgemeinschaftshäuser mit 55,4 Prozent.

Diese Zahlen gehen aus einer Studie zur Infrastrukturentwicklung unter dem Motto „Gemeinsam Leben – Zukunft gestalten“ hervor, die Stefanie Koch am Donnerstagabend in der Gemeindevertretersitzung im Anbau des Kirchheimer Bürgerhauses vorstellte.

Auf Anfrage von Bürgermeister Manfred Koch in Zusammenhang mit Haushaltskonsolidierung und Rettungsschirm, hatte sich die damals an der Universität Kassel mit ihrer Doktorarbeit beschäftigte Stefanie Koch bereit erklärt, gegen Erstattung der Fahrt- und Kopierkosten eine vergleichende Untersuchung zwischen den Kommunen Kirchheim und Lichtenfels vorzunehmen. Mit Unterstützung der Ortsbeiräte wurden in den Jahren 2015 bis 2017 Fragebögen an alle Familien in den zehn Ortsteilen ausgegeben und auch wieder eingesammelt. Insgesamt wurden 375 Fragebögen ausgewertet, dabei allerdings keine aus der Kerngemeinde, weil hier trotz mehrerer Versuche die geringe Anzahl der Rückläufer keine Auswertung zuließ. Entsprechend werden Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbad, Bücherei oder Tierpark nach der ortsteilbezogenen Abfrage gar nicht besucht (Null Prozent, weil es die in den Ortsteilen nicht gibt). 40 Prozent der Ortsteilbewohner indes besuchen regelmäßig den Friedhof, 32,2 Prozent ihr Bürgerhaus und 13.5 Prozent die Spielplätze.

Der Altersdurchschnitt der Befragten habe 54 Jahre betragen, informierte Stefanie Koch, dabei seien etwa gleich viele Männer wie Frauen befragt worden. 66 Prozent seien verheiratet, 59,4 Prozent hätten durchschnittlich 2,2 Kinder. 49,1 Prozent sind am Ort der Befragung aufgewachsen, Zugezogene gaben als Gründe an: Partnerwahl (20,9 Prozent), Landleben, Umgebung, Natur (5,4 Prozent), Hauskauf (3,1 Prozent) und berufliche Gründe (2,6 Prozent).

65 Prozent der Befragten sind nicht bereit, für den Erhalt öffentlicher Einrichtung mehr Steuern oder Gebühren zu bezahlen, aber 56,2 Prozent engagieren sich ehrenamtlich vor Ort.

Positiv bewerteten die Kirchheimer aus den Ortsteilen laut Studie soziale, kulturelle und sportliche Angebote dank zentraler Lage, eine gute Infrastruktur, die gute Verkehrsanbindung mit vielen Einkaufsmöglichkeiten sowie die gute Zusammenarbeit in Vereinen und Dorfgemeinschaften. Negativ zu Buche schlugen Belästigung durch Verkehr, Stromtrassen und Windkraft und die schlechte Internetverbindung.

Ob das Zahlenwerk Auswirkungen auf die Zukunft der Kommune haben wird und welche das sein könnten, schien sich den Parlamentariern nach dem rund 60-minütigem Vortrag allerdings noch nicht ganz erschlossen zu haben. (lö) 

Kommentare