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Noah Heimeroth ist Hessens bester Stahlbetonbauer

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Von: Laura Hellwig

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Er ist Hessens bester Beton- und Stahlbetonbauer: Noah Heimeroth aus Rothenkirchen ist dualer Student bei Bickhardt Bau.
Er ist Hessens bester Beton- und Stahlbetonbauer: Noah Heimeroth aus Rothenkirchen ist dualer Student bei Bickhardt Bau. © Laura Hellwig

Noah Heimeroth ist Hessens bester Beton- und Stahlbetonbauer. Der 22-Jährige aus Rothenkirchen hat seine Ausbildung als dualer Student bei Bickhardt Bau absolviert.

Kirchheim/Kassel – Dass Noah Heimoroth im Handwerk arbeiten möchte, war ihm nach dem Abitur klar. „Ich komme aus einer Handwerker-Familie“, erzählt er. Deshalb hatte er sich für ein duales Studium entschieden, um Theorie und Praxis zu vereinen. Den Beruf des Stahlbetonbauers habe er dabei aber noch gar nicht auf dem Schirm gehabt, sagt er. Jetzt hat der 22-Jährige die Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer abgeschlossen – als Hessens bester Auszubildender.

Mit der Ausbildung begonnen hat Heimeroth im Jahr 2018, der Beginn des Studiums im Fach Bauingenieurswesen an der Uni Kassel folgte im Jahr 2019. Mit dem Bachelor wird Heimeroth voraussichtlich in einem Jahr fertig, die Ausbildung zum Stahlbetonbauer bei der Firma Bickhardt Bau in Kirchheim hat er bereits im Dezember 2020 abgeschlossen.

„Ich könnte mir nicht vorstellen, den ganzen Tag in der Werkstatt zu stehen. Ich mag es lieber, frische Luft um die Nase zu spüren.“ Draußen auf der Baustelle zu sein und die Arbeit mit Holz, das gefällt Heimeroth am besten an dem Beruf.

Aber was hat ein Stahlbetonbauer mit Holz zu tun? Heimeroths Hauptaufgabe während der Ausbildung war es, sogenannte Schaulungen für Stahlbetonteile herzustellen, also Schablonen für die jeweils benötigten Bauteile. In die Schalungen wird dann der Beton gegossen und die fertigen Teile werden anschließend zum Beispiel zu einer Brücke zusammengesetzt. Genau so eine Schalung musste der duale Student aus Rothenkirchen (Burghaun) auch in seiner praktischen Abschlussprüfung fertigen. Außerdem absolvierte er mehrere theoretische Prüfungen. So musste er anhand eines Fallbeispiels etwa bestimmen, welcher Beton welchen Anforderungen am besten gerecht wird. In einem dritten Prüfungsabschnitt ging es letztlich noch um Aufgaben aus dem Bereich des Mauerns.

Dass er Hessens bester Auszubildender in seinem Fach ist, habe ihn überrascht, so Heimeroth. Diese Tatsache hat er allerdings erst fast ein Jahr nach der Abschlussprüfung erfahren, nämlich im vergangenen Herbst. Grund dafür ist, dass die Auszubildenden, die im Sommer 2021 ihre Lehre abgeschlossen haben, in die Bewertung mit einbezogen wurden. Heimeroth konnte seine Ausbildung – dank der Unterstützung des Unternehmens – um ein halbes Jahr verkürzen.

„Am schwersten ist es mir tatsächlich gefallen, von Zuhause wegzugehen“, berichtet der Burghauner. Zum einen bei weiter entfernteren Baustellen auf Montage zu sein, zum anderen der Umzug in eine WG in Kassel waren für Heimeroth Neuland. Andererseits: „Es ist auch mal schön, was anderes zu sehen und auf Montage lernt man seine Kollegen viel besser kennen“, sagt der 22-Jährige.

„Alles, was wir in der Ausbildung gelernt haben, kommt irgendwann auf einen zu. Beim Studium ist das anders. Ich hoffe nicht, dass ich das später alles nochmal brauche“, gibt er schmunzelnd zu. Zwar sei das Studium anspruchsvoll, die bereits abgeschlossene Ausbildung sei aber definitiv ein Pluspunkt, so Heimeroth. „Man hat eine bessere Vorstellung davon, was die Theorie in der Praxis tatsächlich bedeutet“, sagt er.

Aktuell verbringt der 22-Jährige viel Zeit in seinem WG-Zimmer in Kassel, wo er sich besser auf die Prüfungsvorbereitung konzentrieren kann: Am Ende des Wintersemesters stehen die Klausuren an. In den Semesterferien arbeitet Heimeroth als Werkstudent bei Bickhardt Bau in Kirchheim. „Ich unterstütze dann den Bauleiter bei seiner Arbeit. Da bekomme ich Aufgaben, die mich später selbst erwarten werden“, erzählt er.

Ob Heimeroth nach dem abgeschlossenen Studium ins Berufsleben startet oder noch ein Master-Studium anschließt, weiß er noch nicht. (Laura Hellwig)

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