Keine Reisen über Ostern

Auch der Campingplatz am Kirchheimer Seepark leidet unter der Corona-Krise

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Bei trübem Himmel präsentiert sich das Feriengelände am Seepark in Kirchheim gespenstisch ruhig, menschenleer und wenig einladend. N ur das Zwitschern der Vögel und das leise Summen der nahen Autobahn erinnerten daran, dass das Leben noch nicht ganz still steht.

Keine Wohnwagen, keine Zelte, keine Touristen - und keine Einnahmen: Wegen der Corona-Krise ist der Campingplatz am Seepark in Kirchheim bis zum 19. April komplett geschlossen.  

Fast schon gespenstisch ruhig ist es rund um das riesige Freizeitgelände des Kirchheimer Seeparks. Nicht ein Auto auf dem großen Parkplatz vor dem Hotel Seeblick und auch alle anderen Parkplätze sind leer. In sämtlichen Ferienhäusern kein Anzeichen von Leben und jede Menge freie Stellplätze auch auf dem großen Campingplatz.

Nur ein verwaister Wohnwagen weilt einsam auf dem Campingplatz am Kirchheimer Seepark zwischen all den freien Stellplätzen. Mindestens bis zum 19. April bleibt das Camp geschlossen. Fotos:Bernd Löwenberger

„Bis zum 19. April ist unser Platz komplett geschlossen“, erklärt Irina Hartung aus gebührendem Abstand. Sie führt das Seecamp gemeinsam mit ihrem Mann Heinrich. Der ist gerade mit dem Traktor unterwegs und besorgt Baumaterialien für Reparatur- und Verschönerungsarbeiten. „Zu tun haben wir genug, aber es kommt halt kein Geld rein“. 

Dabei bereitet der Verlust des meist noch überschaubaren Ostergeschäftes noch nicht allzu viele Sorgen. Schlimmer sei, dass schon etliche große Gruppen und Vereine, die seit Jahren Stammgäste sind, ihre Treffen storniert oder zumindest deutlich verkleinert hätten. Nun hoffen die Platzbetreiber, dass bis spätestens Pfingsten wieder ein wenig Normalität einkehren wird und danach die Saison voll anlaufen kann. Jetzt kommt erst mal keiner rein, auch nicht die Wohnmobilisten oder Dauercamper – außer vielleicht zum Rasenmähen.

Weitgehend im Dornröschenschlaf liegen offenbar auch die Reisepläne der Gäste im Tourismusservice Rotkäppchenland. So in etwa sieht es jedenfalls Geschäftsführerin Heidrun Englisch, die die offizielle Bürotelefonnummer auf den heimischen Esstisch umgeleitet hat, „Bis zum 19. April sind Übernachtungsangebote für touristische Zwecke verboten“, zitiert sie die offiziellen Vorgaben. 

Für manche Betriebe oder Vermieter von Ferienwohnungen bedeute das Verluste von 100 Prozent, manche seien aber auch froh, in dieser Zeit aus Angst um die eigene Gesundheit keine Fremden beherbergen zu müssen, weiß die Tourismusexpertin. Man appelliere jetzt an die Menschen, sich an die Regeln zu halten und rate zu Spaziergängen. Von Fahrrad- und Motorradtouren rät man eher ab, nicht zuletzt wegen der angespannten Situation in den Krankenhäusern im Falle eines Unfalls. 

Auch der „Radspaß im Rotkäppchenland“, geplant ab dem 1. Mai, ist zunächst erst einmal verschoben. „Wir hoffen darauf, dass im Sommer die Gastronomie oder zumindest die Außengastronomie wieder in Schwung kommen und die Menschen sich wieder treffen können,“ sagt Englisch. In diesem Zusammenhang setze man auch auf den Verkauf von Gutscheinen, beispielsweise als Ostergeschenk oder versuche, statt Stornierungen Terminverschiebungen zu realisieren.

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